Aktuell: Fastnacht 2016 | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main | Wintersport
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wissen
Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

07. Februar 2012

Primaten: Schimpansen sind doch hilfsbereit

Schimpansen helfen gerne – lassen sich aber erst bitten.  Foto: afp/TORSTEN BLACKWOOD

Unsere nächsten Verwandten die Affen können eine Notlage ihrer Artgenossen verstehen - sie helfen aber nur nach einer Aufforderung dazu.

Drucken per Mail

Schimpansen helfen ihren Artgenossen – anders als Menschen – nur dann, wenn sie direkt darum gebeten werden. Anthropologen nahmen deshalb bisher an, dass die Primaten die Ziele anderer nicht gut erfassen können. Doch können Schimpansen die Perspektive ihrer Artgenossen sehr wohl übernehmen, fand nun ein Team von Wissenschaftlern aus Japan und England heraus. Voraussetzung ist, dass sie den Hilfesuchenden in seiner Notlage beobachten können und selbst schon Erfahrung mit dem Problem hatten.

In ihrer Studie hatte das Team um Shinya Yamamoto von der Kyoto University jeweils einen Schimpansen einen anderen dabei beobachten lassen, wie dieser erfolglos versuchte, sich in seiner Glasbox nebenan ein schwer erreichbares Glas Saft zu angeln. Das passende Werkzeug zur Lösung des Problems lag jedoch in der Box des Beobachters.

In 90 Prozent der Fälle halfen die Beobachter und suchten aus sieben verschiedenen Werkzeugen auf Anhieb das passende heraus – vorausgesetzt, der Schimpanse in Not hatte durch Ausstrecken seiner Hand darum gebeten und die Tiere waren bereits selbst mit den Werkzeugen und dem Problem vertraut.

Schimpansen können die Bedürfnisse ihrer Artgenossen also durchaus verstehen. Frühere Studien hatten gezeigt, dass Schimpansen selbst eng verwandten Artgenossen nur sehr selten ungebeten helfen. Vermutlich müsse also, anders als gedacht, bei Primaten für eine angemessene Hilfeleistung beides zusammen kommen: die Bitte um Hilfe sowie die Perspektiv-Übernahme, um das Ziel des anderen zu verstehen. Das berichten die Anthropologen im Fachblatt PNAS. „Dieses gezielte Helfen ist eine höhere kognitive Leistung“, schreiben die Wissenschaftler, „es ist weder ein programmiertes Verhalten noch ein automatischer Reflex.“ (wsa)

DOI: 10.1073/pnas.1108517109

[ Testen Sie die Frankfurter Rundschau zwei Wochen lang - kostenlos und ohne Risiko. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung.

Gesundheitsgefahr

Pflanzengift in Kräutertee nachgewiesen

Als gesundheitlich bedenklich wurden bei einer Laboranalyse vier von sechs Pfefferminz- und Kräutertees eingestuft.

Bei einer Laboranalyse im Auftrag des NDR wurden in einer Stichprobe in vier von sechs Pfefferminz- und Kräutertees sogenannte Pyrrolizidinalkaloide entdeckt. Diese sollen krebserregend sein und auch Leberschäden verursachen.  Mehr...

Nordsee und Ostsee

Plastikmüll in Speisefischen

Auch der Kabeljau gehört zu den belasteten Arten.

Wissenschaftler finden in Speisefischen aus der Nord- und Ostsee Reste von Plastikmüll. Für Fischkonsumenten hat das nach Angaben des Studienleiters "wahrscheinlich keinerlei Auswirkungen". Mehr...

Videonachrichten Wissen
Schutz der Ozonschicht
Das Nasa-Satellitenfoto dokumentiert die Größe des Ozonlochs über der Arktis im Winter 1999/2000. Je dunkler das Blau, desto dünner die Ozonschicht.

Was ist Ozon? Wofür ist Ozon wichtig? Und wie groß ist derzeit das Ozonloch? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

Anzeige

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.