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22. Januar 2013

Prostatakrebs: Die Suche nach der besten Therapie

 Von Lilo Berg
Prostata-Modell von innen. Mit solchen Riesenmodellen wollen Mediziner die Bevölkerung aufklären. Foto: Michael Schick

Entfernen, klassische Bestrahlung oder Brachytherapie? Eine Langzeitstudie soll zeigen, welche Therapie-Methode am besten gegen Prostatakrebs hilft. 7600 Patienten sollen teilnehmen und bis 2030 unter Beobachtung bleiben.

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Auch in diesem Jahr werden voraussichtlich wieder knapp 68 000 Männer in Deutschland erfahren, dass sie Prostatakrebs haben. In den meisten Fällen wird die Krankheit auf das Organ begrenzt sein und sich noch nicht bedrohlich im Körper ausgebreitet haben.

Strahlen- oder Brachytherapie?

In diesem relativ frühen Stadium haben Ärzte ihren Patienten bisher meist drei Therapieformen zur Auswahl angeboten: entweder eine Strahlentherapie oder eine Brachytherapie, bei der winzig kleine Strahlenquellen dauerhaft in die Prostata implantiert werden, oder aber eine aktive Überwachung mit regelmäßigen Blut- und Gewebsuntersuchungen. Als weitere Option stand die operative Entfernung des Organs zur Diskussion. Welche Methode aber nun am besten vor einem Krebstod schützt, konnte kein Arzt sagen. Denn dazu gibt es bisher keine stichhaltigen Erkenntnisse.

Das soll sich nun ändern. In Berlin fiel jetzt der Startschuss zu einer der größten klinischen Studien auf dem Gebiet der Onkologie, der Prefere-Studie. Dabei werden erstmals die gängigen Behandlungsformen bei Prostatakrebs vergleichend untersucht.

„Die Studie soll richtungsweisend sein für die Therapie von Menschen im Frühstadium der Krankheit“, sagte der Präsident der Deutschen Krebshilfe, Fritz Pleitgen, bei einer Pressekonferenz. „Wir rufen betroffene Patienten und niedergelassene Urologen im ganzen Bundesgebiet auf, sich an dem Vorhaben zu beteiligen.“

Lange Nachbeobachtung

Die Deutsche Prostatakrebs-Studie zeichnet sich durch etliche Besonderheiten aus. Zum Beispiel durch ihre Größe: Rund 7 600 Patienten sollen in mehr als 90 Prüfzentren bundesweit von etwa 1 000 niedergelassenen Urologen und Strahlentherapeuten untersucht werden. Beeindruckend ist auch die geplante Laufzeit: Die Versuchsteilnehmer sollen bis zum Jahr 2030 nachbeobachtet werden, um die Langzeiteffekte profund beurteilen zu können.

Finanziert wird die Studie von der Deutschen Krebshilfe und den gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Sie bringen die erforderlichen 25 Millionen Euro ohne Zutun der Industrie auf.

Patienten, die sich für die Studie interessieren, erhalten zunächst ein Infopaket mit einem Video und einer Aufklärungsbroschüre. Wer sich für die Teilnahme entscheide, werde von seinem Arzt an ein Prüfzentrum überwiesen und dort auf höchstem medizinischen Niveau behandelt, sagte der Strahlentherapeut und Studienleiter Thomas Wiegel in Berlin. „Alle betroffenen Männer profitieren sofort von der umfassenden, wissenschaftlich fundierten Aufklärung.“

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