Was heißt RSI?
RSI heißt „repetitive strain injury“. Professor Dr. Hardo Sorgatz definiert RSI „als einen pathiophysiologischen Mechanismus für tätigkeitsbedingte muskuloskeletale Störungen, die sich vor allem im Unterarm- und Handbereich als chronifizierte Schmerzen, Kraftverlust und Missempfindungen äußern“. Der von Sorgatz verfasste Artikel „Repetitive Strain Injury“ stammt aus dem Jahr 2002 und ist auch auf unserer Homepage rsi-online.de abrufbar. Im klinischen Wörterbuch Pschyrembel (2002) ist RSI definiert als eine „Bezeichnung für überlastungsbedingte schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der oberen Extremitäten infolge jahrelanger Tätigkeit an Tastenschreibgeräten“. In beiden Definitionen wird der Zusammenhang zwischen den chronifizierten Schmerzen und der Arbeit am PC deutlich.
Welche Personengruppen sind betroffen?
Einen Straßenbauarbeiter, der mit dem Presslufthammer arbeitet, hatten wir noch nicht in unserem Seminar, was darauf zurückzuführen ist, dass dieser zwar harte körperliche Arbeit mit seinen Armen und Händen verrichtet, nicht aber die für RSI typischen zig-tausendfach, repetitiven „Minibewegungen“, wie beim Klicken mit der Maus oder Tippen auf der Tastatur, ausführt. Unsere typische Patientengruppe besteht aus Programmierern, Menschen mit administrativen Tätigkeiten am PC, Journalisten, Bankfachangestellten, Ingenieuren - sprich Menschen, die sehr viel Zeit am PC verbringen.
Dipl.-Psych. Kerstin Woll, E-Mail: rsi-tud@gmx.de, Telefonsprechstunde: donnerstags, zwischen 9:00 Uhr und 12:00 Uhr unter 06151-163916.
Der nächste Anti-RSI-Kurs am Samstag, 10.03., und Sonntag, 11.03.2012, ist fast ausgebucht. In der Regel finden die Kurse alle zwei Monate statt. Kursdaten werden auf www.rsi-online.de bekannt gegeben. Das gesamte Programm erstreckt sich über fünf Wochen.
Wie verbreitet ist RSI?
Das ist schwierig zu sagen. Offizielle Zahlen zu RSI in Deutschland gibt es derzeit nicht, Arm- und Handbeschwerden werden zum Beispiel in der Bundesgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts nicht konkret abgefragt. Studien berichten jedoch, dass 20 bis 24 Prozent der Befragten Schmerzen an den Händen oder den Unterarmen haben.
Wie lässt sich RSI behandeln?
Wir gehen davon aus, dass RSI sich auf einer multifaktoriellen Ebene entwickelt, das heißt, mehrere Faktoren führen zu einer Chronifizierung. Das sind anfangs Akutverletzungen durch Mikroläsionen, die bei der PC-Arbeit entstanden sind, oder ein konkreter Sportunfall. Meist entwickeln sich die Beschwerden jedoch schleichend über Monate bis Jahre. Hinzu kommen psychologische Faktoren wie Stress und Arbeitszufriedenheit, ungünstige Umweltbedingungen wie eine unergonomische Arbeitsplatzgestaltung und unergonomische Eingabegeräte, vor allem die ganz „normale“ PC-Maus, zu wenige Pausen bei der Tipparbeit („Durcharbeiten“, „im Flow arbeiten“). Das bedeutet, wir können RSI nur durch einen multimodalen Ansatz behandeln: durch physiotherapeutische Dehn- und Kräftigungsübungen, Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung, durch ergonomisch korrekte Arbeitsplatzgestaltung, Nutzung alternativer Eingabegeräte, psychologische Komponenten wie Stressmanagement und eine differenzierte Schmerzedukation. Es hat sich gezeigt, dass eine Methode, zum Beispiel ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, alleine nicht ausreichend wirksam ist. Die Symptomatik von RSI ist außerdem sehr individuell, so dass man nicht sagen kann, eine spezifische Intervention hilft allen. Unser RSI-Programm ist entsprechend multimodal aufgebaut, verteilt auf sieben inhaltliche Module
Seite 2: "Der Körper lernt den Schmerz"
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