Rauchen verringert die Lebenserwartung von Frauen um mehr als zehn Jahre. Das ist eines der Ergebnisse einer groß angelegten Studie mit mehr als einer Million Frauen, die Forscher in Großbritannien durchgeführt haben. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit für Raucherinnen, im Alter zwischen 50 und 80 zu sterben, dreimal so hoch wie die von gleichaltrigen Frauen, die niemals geraucht haben.
Das Risiko verringert sich jedoch deutlich, wenn das Rauchen aufgegeben wird. Dabei gilt: je früher, desto besser. Am wirksamsten ist der Rauchstopp, wenn er vor dem 30. Lebensjahr erfolgt. Das berichten das Team um Kristin Pirie von der University of Oxford im Medizinerfachblatt „The Lancet“ (doi: 10.1016/S0140-6736(12)61720-6).
1. Die eigene Sucht erkennen
Als ersten Schritt sollte man sich sein Verhältnis zum Rauchen klar machen. Es gibt offensichtlich Gründe, warum Sie mit dem Rauchen aufhören wollen. Überlegen Sie sich, welche das sind.
Foto: dpa
Mit einer neuen Schock-Kampagne versucht die US-Regierung, ihre Bürger vom Rauchen abzubringen. In Videos erzählen ehemalige Raucher, wie der 31-jährige Brandon, der aufgrund seiner Nikotinsucht beide Beine und mehrere Fingerkuppen verloren hat, von ihrer Raucherkarriere.
Foto: CDCDie Probandinnen sind alle in den frühen 1940er Jahren geboren und damit die erste Generation von Frauen, in der Rauchen bereits in jungen Jahren sehr verbreitet war, erläutern die Forscher. Deswegen sei die aktuelle Studie sehr viel aussagekräftiger als frühere, bei denen noch keine vollständigen Daten vorgelegen hätten.
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Sie rekrutierten für die neue Studie zwischen 1996 und 2001 knapp 1,2 Millionen Frauen und befragten sie zu Lebensumständen und Gesundheitszustand. Drei Jahre später wurden die Teilnehmerinnen noch einmal zur Untersuchung gebeten und bis Anfang 2011 registrierten die Wissenschaftler alle Todesfälle. Sie identifizierten drei Gruppen: Raucherinnen, zu denen bei Studienstart 20 Prozent der Probandinnen gehörten, frühere Raucherinnen, was für 28 Prozent der Teilnehmerinnen galt, und Nichtraucherinnen. Im Verlauf der Studiendauer starben knapp 66.500 der Frauen.
Die Sterberate der Raucherinnen, die ein Päckchen Zigaretten oder mehr pro Tag rauchten, lag dreimal so hoch wie die der Nichtraucherinnen, zeigte die Auswertung. Selbst Gelegenheitsraucherinnen hatten noch ein doppelt so hohes Sterberisiko wie die Nichtraucherinnen. Besonders gehäuft traten bei den Raucherinnen Todesursachen auf, die typischerweise mit Zigarettenkonsum in Verbindung gebracht wurden: chronische Lungenerkrankungen, Lungenkrebs, Herzkrankheiten und Schlaganfälle. So hatten die Raucherinnen beispielsweise ein mehr als viermal so hohes Risiko, an der koronaren Herzkrankheit zu sterben wie Nichtraucherinnen im gleichen Alter.
Die Forscher betonen, dass zwei Drittel aller Todesfälle unter Raucherinnen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren auf das Rauchen zurückgeführt werden könne. Drastisch fällt auch der direkte Vergleich mit Frauen aus, die nie zur Zigarette gegriffen haben: Statistisch gesehen sterben 53 Prozent der Raucherinnen, bevor sie das achtzigste Lebensjahr erreichen, bei Nichtraucherinnen sind es nur 23 Prozent.
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Die Wissenschaftler haben bei ihren Berechnungen versucht, alle möglichen Faktoren mit einzubeziehen, die ebenfalls die Lebenserwartung beeinflussen, unter anderem den Alkoholkonsum, den sozioökonomischen Status der Frauen, ihre körperliche Aktivität und den Body-Mass-Index. Dennoch sei es möglich, dass nicht alle gefundenen Effekte auch wirklich auf das Rauchen zurückzuführen seien, räumen sie ein. Sie sind jedoch sicher, dass der größte Teil des erhöhten Sterberisikos tatsächlich vom Zigarettenkonsum verursacht wird.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Auswirkungen des Rauchens bei Frauen etwa genauso groß sind wie die bei Männern. „Wenn Frauen rauchen wie Männer, sterben sie auch wie Männer“, formuliert es Co-Autor Richard Peto, ebenfalls von der Oxford-Universität. (dapd)
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