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Messe: Rollator wird Rollstuhl und umgekehrt

Auf der Düsseldorfer Messe Rehacare präsentierten Hersteller die neuesten Entwicklungen für Behinderte. Darunter gibt es auch ausgefallene Dinge wie den iArm.

        

Sicher im Griff: Roboterarm iArm.
Sicher im Griff: Roboterarm iArm.
Foto: Messe Duesseldorf / constanze tillmann

Einen Rollator, der sich in Handumdrehen zum Rollstuhl verwandelt, konnten die Besucher der Messe Rehacare jetzt in Düsseldorf testen. Schick und ergonomisch geformt ist dieser Rollz Motion. Möchte man eine kleine Pause einlegen, wird der Rollz Rollstuhl-Aufsatz anmontiert und mit einer einzigen Bewegung in Sitzposition gebracht. Die Griffe, die bei der Rollator-Position nach innen gerichtet sind, sind umschalt- und höhenverstellbar, wenn die Mobilitätshilfe als Rollstuhl genutzt werden soll. Dazu gibt es Fußstützen, die individuell positioniert werden können. Der Rollator kostet 549 Euro, der Rollstuhlaufsatz 169 Euro. Angeboten wird das Produkt von Rollz International.

Blinden Menschen macht der PocketShopper den Einkauf im Supermarkt leicht. Ein Handscanner erfasst den auf allen Produkten vorhandenen Barcode und das Handy sagt, was es ist. So kann die Dose Erbsen nicht länger mit Karotten verwechselt werden. Millionen von Artikeln werden von dem Gerät erkannt, darunter die Produkte der großen Discounter. Der PocketShopper kann auf den meisten Handys mit dem Symbian Betriebssystem S60 3Rd installiert werden. Zu beziehen ist das Produkt von der Firma Handy Tech in Horb (Schwarzwald).

iArm heißt ein alltagstauglicher Roboterarm, der mobilitätseingeschränkten Menschen das Leben erleichtert. Er besteht aus einem freibeweglichen Arm und einem handähnlichen Greifer. Der Arm erlaubt es, selbstständig eine Mahlzeit einzunehmen. Er kann bis 1,5 Kilogramm heben und ist sogar für feinmotorische Tätigkeiten geeignet wie etwa Schminken, Rasieren oder einen USB-Stick an den Computer anschließen. Die Benutzer können den Joystick zur Bedienung sogar mit dem Kinn heranholen. Der Arm kostet 30.000 Euro und wird von der Firma Humanelektronik vertrieben.

Der Travelscoot ist ein faltbares Elektromobil und so leicht und kompakt, dass er in jeder Nische und in jedem Kofferraum Platz findet. Das Falten ist einfach und dauert nur wenige Sekunden. Gedacht ist der Travelscoot für Menschen mit leichten Gehproblemen. Zu haben ist er für 1855 Euro von der Firma Travelscoot Europe, Hartmut Huber in München.

Im schicken Handy-Look bietet die Firma Reinecker Reha-Technik ihre elektronische Leselupe miniMax an. Für Außenstehende ist sie nicht als Lesehilfe erkennbar. Sie vergrößert auf Knopfdruck siebenfach und hilft beim Lesen von Fahrplänen, Speisekarten oder Preisschildern.

Für Menschen mit Sprachbeeinträchtigungen ist der ProxTalker eine gute Hilfe. Fünf Tasten hat das Gerät, die sich beliebig mit Symbolkärtchen belegen lassen. Jede Karte ist für ein Wort oder einen Satz kodiert. Legt der Nutzer zum Beispiel das Symbol für „müde“ auf das Symbolfeld und drückt die Taste, so spricht das Gerät die Aussage vor. Gelöscht werden die Nachrichten mit einem sogenannten Werkzeugkärtchen, das auch die Lautstärke regelt. Das Gerät hat auch einen pädagogischen Effekt. Der Nutzer lernt, Symbole gezielt auszuwählen, um etwas zu bekommen oder eine Reaktion auszulösen.

Eine komplette Wohnung, in der schwerstpflegebedürftige Menschen alle Alltagshandlungen durch Berühren von Symbolen ausführen können, präsentierte als Modell das Frauenhoferinstitut in Duisburg. Bleiben irgendwelche gewohnten Handlungen aus, wird der Pflegedienst oder eine andere Stelle via Internet alarmiert. Infos: www.rehacare.de

Autor:  Keyvan Dahesch
Datum:  20 | 10 | 2010
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