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24. Januar 2013

Schimpansen und das Bindungshormon Oxytocin: Schimpansen kuscheln auch mit Freunden

Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine Rolle. Foto: Peter Endig 

Das Kuschelhormon Oxytocin beeinflusst Schimpansen genauso wie Menschen. Das konnten Forscher in einem Freilandexperiment mit ugandischen Affen zeigen. Außerdem bemerkten sie, dass die Konzentration des Hormons gleich war, egal ob mit Verwandten oder Freunden gekuschelt wurde.

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Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine wichtige Rolle.

Das haben Forscher um Catherine Crockford und Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. Bei den Menschenaffen scheine Oxytocin eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung langfristiger sozialer Bindungen zu spielen - unabhängig von genetischer Verwandtschaft oder sexuellen Interessen, schreiben die Wissenschaftler im Journal Proceedings of the Royal Society B.

Die Forscher untersuchten 148 Urinproben von 33 Schimpansen aus dem Budongo-Wald in Uganda. Sie fingen den Urin nach verschiedenen Situationen auf: Zum einen 15 bis 60 Minuten nachdem sich die Affen der Fellpflege («Lausen») gewidmet hatten. Zum anderen prüften sie auch Urin von Tieren, die sich nicht gelaust hatten. "Dies ist die erste Studie, in der der Oxytocin-Spiegel wildlebender Tiere gemessen wird, ohne dass man ihnen Blut abnehmen musste", erläutert Wittig.

Ob Verwandte oder Freunde ist egal

Im Ergebnis zeigte sich, dass der Oxytocin-Spiegel nach der Fellpflege bei jenen Affen besonders hoch war, die intensive soziale Kontakte miteinander pflegen. Ob sie verwandt waren oder nicht, machte dabei keinen Unterschied, schreiben die Forscher. "Es liegt die Vermutung nahe, dass es nicht die soziale Fellpflege ist, die für erhöhte Oxytocin-Werte sorgt, sondern die Beziehung der Tiere", sagt Wittig.

Auf der anderen Seite waren die Oxytocin-Werte niedriger bei Affen, die eine Fellpflege vornahmen mit Artgenossen, die ihnen nicht weiter nahe standen - oder bei solchen, die sich gar nicht gelaust hatten.

Damit ist es den Wissenschaftlern vermutlich gelungen zu zeigen, dass Oxytocin nicht nur in verwandtschaftlichen Beziehungen eine Rolle spielt, sondern auch bei rein freundschaftlichen Beziehungen wirkt. Hauptsache es wird gekuschelt - und zwar mit einem Menschen, dem man zugetan ist.

Vertrauensstiftende Wirkung

Oxytocin verdankt seinem Ruf als "Kuschelhormon" verschiedenen Studien, die ihm eine vertrauensstiftende Wirkung zuschreiben. Es bewirkt ein Wohlgefühlt und lindert Stress. Außerdem gilt es sogar als Hoffnungsschimmer für ein Medikament gegen Autismus bei Menschen.

Das Hormon wird zum Beispiel während der Geburt ausgeschüttet und beim Stillen, so dass die Mutter-Kind-Bindung gestärkt wird. "Wir vermuten, dass der Bindungsmechanismus, der mit Oxytocin in Verbindung steht, bei den Tieren genauso vorkommt", sagt Affenforscher Wittig. (dpa)

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