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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

17. September 2012

Schneckennatter: Schlange gaukelt Giftigkeit vor

 Von Alice Ahlers
Jungtier der neu entdeckten Schneckennatter Sibon noalamina.  Foto: Sebastian Lotzkat

Forscher des Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitutes haben eine neue Schlangenart im Hochland von Panama entdeckt. Die Schneckennatter ist eigentlich harmlos. Trotzdem kann sie sich gegen Feinde wehren.

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Die Natter mag es matschig. Ihre Lieblingsspeisen sind Schnecken, Regenwürmer und Froschlaich. Forscher des Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitutes haben die neue Schlangenart im Hochland von Panama entdeckt. Die Schneckennatter ist hell-dunkel geringelt, ungiftig und eigentlich harmlos. Trotzdem kann sie sich gegen Feinde wehren. Statt sich durch giftige Bisse zu verteidigen, gaukelt sie ihnen durch ihre Färbung vor, gefährlicher zu sein als sie ist. Mit ihren abwechselnden hellen und dunklen Ringen ahmt sie die Warnfärbung der giftigen Korallenschlangen nach, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Zootaxa.

Vom Menschen bedroht

Der zweite Teil ihres wissenschaftlichen Namens Sibon noalamina ist Spanisch und bedeutet „Nein zur Mine“. Er soll darauf aufmerksam machen, dass der Lebensraum des Reptils durch menschliche Eingriffe extrem bedroht ist. Das Tabasará-Gebirge ist ein Autonomiegebiet indigener Völker. Ihre Armut trägt zur höchsten Abholzungsrate innerhalb Panamas bei: Allein in den 90er-Jahren ging über ein Fünftel des Waldes verloren.

Paralysiert: Der Blick der Schlange.
Paralysiert: Der Blick der Schlange.
 Foto: Sebastian Lotzkat

Nun haben auch noch Bergbaukonzerne ein Auge auf die enormen Erzlagerstätten der Region geworfen, besonders auf die Kupfervorkommen. „Ohne die Schaffung von Schutzgebieten und die Entwicklung nachhaltiger Alternativen zur großflächigen Waldrodung werden diese einzigartigen Lebensräume in absehbarer Zeit verschwinden“, berichten die Biologen. „Und mit ihnen die sympathische Schlange, ihre kriechenden und quakenden Schicksalsgenossen, und die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung.“

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