Beim neuen Schul-Leistungsvergleich der 16 Bundesländer sind Bayern und Baden-Württemberg die klaren Sieger, wie schon bei der ersten nationalen Pisa-Studie von 2002. Auch Sachsen, Rheinland-Pfalz oder Hessen konnten sich in der Spitzengruppe platzieren. Schlusslicht ist in fast allen Disziplinen Bremen - ebenso wie 2002. Das sind die ersten Ergebnisse des neuen Rankings, das die Kultusministerkonferenz (KMK) heute präsentiert.
Der Ländervergleich beruht auf Daten, die Forscher des Berliner Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Mai 2009 zeitgleich zur Pisa-Studie erhoben haben. Getestet wurden die Kompetenzen von Schülern der 9. Klasse in Deutsch und Englisch - gemessen an den Bildungsstandards, die die KMK 2004 beschloss. Hessens Schüler erreichten vor allem im Fach Englisch überdurchschnittliche Leistungen. Beim Lese- und beim Hörverstehen belegen sie jeweils den 4. Platz unter 16 Bundesländern. Beim verstehenden Lesen und Hören deutscher Texte landeten sie allerdings lediglich auf dem 8. beziehungsweise 9. Platz.
Generell schnitten im Fach Deutsch die Stadtstaaten mit hohem Migrantenanteil schlecht ab (Berlin, Bremen, Hamburg). Jugendliche mit türkischer Herkunft haben die meisten Probleme im Textverständnis. Migranten aus Polen oder den postsowjetischen Staaten schneiden besser ab.
Die neue Studie belegt erneut den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, wie er erst vor wenigen Tagen im neuen nationalen Bildungsbericht wieder kritisiert worden war. Laut der neuen IQB-Studie hat ein Kind aus der Akademikerschicht gegenüber einem Kind aus einer Facharbeiterfamilie bei gleicher Intelligenz eine 4,5 mal so große Chance, ein Gymnasium zu besuchen. In Berlin geht es gerechter zu als im Bundesdurchschnitt: Hier ist die Chance für Oberschichtkinder 1,7 mal höher als für Arbeiterkinder.
Ein starkes soziales Bildungsgefälle besteht in den Siegerländern Bayern und Baden-Württemberg, wo die Chancen von Akademiker- gegenüber Facharbeiterkindern 6,5 beziehungsweise 6,6 mal so hoch sind. Die Studie beachtet nicht, dass die Chancengerechtigkeit nicht nur am Zugang zum Gymnasium messbar sind. Gerade Bayern hat in den vergangenen Jahren Berufs- und Fachoberschulen ausgebaut, um andere Wege zu eröffnen. Bereits jetzt würden dort 40 Prozent der Jugendlichen ihre Hochschulzulassung nicht am Gymnasium, erwerben sagte jüngst der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).
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