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Schweinegrippe: Impfstoff hat Verspätung

Bei der Auslieferung des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe kommt es in dieser Woche zu Verzögerungen. Derweil sehen Wissenschaftler bereits erste Anzeichen für ein Abklingen der Grippewelle.

Der Impfstoff kan diese Woche nur verspätet ausgeliefert werden.
Der Impfstoff kan diese Woche nur verspätet ausgeliefert werden.
Foto: dpa

Hamburg. Bei der Auslieferung des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe kommt es in dieser Woche zu Verzögerungen. Drei Chargen des Impfstoffs Pandemrix seien verspätet in die Qualitätssicherung gekommen und könnten deshalb nicht wie vorgesehen ausgeliefert werden, teilte der Hersteller GlaxoShmithKline am Samstag in München mit.

Das Unternehmen habe den Bundesländern am Freitag angekündigt, in der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember nur 1,5 Millionen Dosen auf Deutschland verteilen zu können.

Das Unternehmen gehe aber davon aus, dass die Verzögerung keine Auswirkung auf die Versorgung mit Pandemrix in Deutschland hat. Den Rückstand will der Hersteller in den kommenden Wochen ausgleichen und den Bundesländern bis zum Jahresende wie geplant mindestens 20 Millionen Dosen Impfstoff zur Verfügung stellen.

Anzeichen für Ende der Grippewelle

In den Ländern gibt es offenbar erste Anzeichen für ein Abklingen der Schweinegrippe-Welle. In Bayern gehe die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen seit zwei Wochen zurück, berichtete der "Spiegel" am Samstag vorab. "Das ist ein zarter Trend", sagte die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, Susanne Glasmacher.

Auch in den nördlichen Bundesländern entspannt sich die Lage. Die pflegerische Leiterin der Notfallambulanz am Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg, Doris Schrage, sagte dem "Spiegel": "Vermutlich ist die große Infektionswelle schon vorbei." Der Chefarzt am hannoverschen Kinderkrankenhaus auf der Bult, sagte: "Wir wissen nur noch nicht, ob es das wirklich schon war." Der Kinderarzt Heiko Krude am Berliner Virchow-Klinikum sagte, "die Symptome sind weitgehend mild, wir haben keine Knappheit bei Intensivbetten oder Beatmungsgeräten".

Bis zu 4,8 Millionen Deutsche, darunter Risikogruppen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, sind laut "Spiegel" inzwischen geimpft. Ein Präparat für die dritte Risikogruppe, die Schwangeren, solle in einer Woche zugelassen werden. Am Dienstag (1. Dezember) wollen die Landesgesundheitsministerien nach Informationen des Magazins beraten, wie dringend sie der gesunden Bevölkerung die Impfspritze empfehlen wollen. Insbesondere soll es um die Frage von Massenimpfungen in Betrieben gehen.

Bisher 59 Opfer

Schon jetzt rechneten die Länder damit, auf einem erheblichen Teil der 50 Millionen Impfdosen sitzen zu bleiben. "Wir wollen jetzt beim Hersteller GlaxoSmithKline ausloten, ob wir wirklich alle Dosen abnehmen müssen", sagte ein mit den Vertragsverhandlungen vertrauter Ministerialer dem "Spiegel". Auch habe ein halbes Dutzend Staaten, darunter die Ukraine, Interesse am deutschen Impfstoff angemeldet.

Nach Angaben des RKI waren mit Stand Donnerstagnachmittag 59 Menschen an der sogenannten Schweinegrippe gestorben. (ddp/dpa)

Datum:  28 | 11 | 2009
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