Der lang erwartete Impfstoff gegen die Neue Grippe H1N1 - auch Schweinegrippe genannt - steht bereit. Noch in dieser Woche sollen die ersten Tests an Menschen beginnen. Die Ethikkommission der Universität München hatte dafür am Wochenende grünes Licht gegeben.
Der zu testende Impfstoff ist ähnlich zusammengesetzt wie herkömmliche Grippeimpfstoffe; er enthält inaktive Bestandteile des H1N1-Virus mit oder ohne Immunverstärker. Der Impfstoff kann keine Neue Grippe verursachen. Die Studienteilnehmer sind nach der Impfung mit dem Impfstoff - so hoffen die Mediziner - vor einer H1N1-Infektion geschützt.
Die Neue Grippe (Schweinegrippe) ist eine Influenza-Erkrankung, die durch eine neue Variante des Influenza-Virus-Subtyps 2009 A/H1N1 verursacht wird. Diese Variante ist aus bestehenden Schweinegrippeviren, Vogelviren und menschlichen Viren entstanden und wurde im April 2009 entdeckt. Mittlerweile sind mehrere hunderttausende Menschen in über 70 Ländern an der Neuen Grippe erkrankt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 11. Juni 2009 zum ersten Mal seit 30 Jahren die höchste Influenza-Gefahrenstufe, Warnstufe 6, ausgerufen.
Die Übertragung findet von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektion - etwa durch Händeschütteln, Türklinken und anschließend in der Nase oder am Auge reiben, sowie Tröpfcheninfektion (Husten und Niesen) statt.
Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch allgemeine Symptome wie Fieber und Atemwegsbeschwerden, aber auch Erbrechen und Durchfall. Alle Altersgruppen können von der Neuen Grippe betroffen sein. Der Krankheitsverlauf ist zumeist mild. Allerdings sind sehr schwere und auch tödliche Verläufe bekannt. Es ist abweichend von der jährlichen Grippewelle eine Häufung der Infektion in jüngeren Altergruppen zu beobachten.
Die klinische Studie wird von Professor Frank von Sonnenburg, stellvertretender Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der LMU, koordiniert. Parallel dazu untersucht PD Dr. Markus Knuf von der der Uniklinik Mainz die Verträglichkeit des Impfstoffs bei Kindern. Im Rahmen der Studie soll neben der Verträglichkeit des noch nicht zugelassenen Impfstoffs geprüft werden, in welchem Ausmaß der Impfstoff die körpereigenen Abwehrkräfte stimuliert und somit gegen eine Ansteckung schützt. "Die Zuteilung zu den Studiengruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip, um optimale Studienergebnisse garantieren zu können.
Die Probanden erhalten im Rahmen der Studie drei Dosen des Impfstoffs. Zwei davon nach Start der Studie im Abstand von drei Wochen, eine Auffrischung erfolgt nach zwölf Monaten. Während dieser Zeit werden die Probanden zu fünf Arztbesuchen gebeten und fünfmal per Telefon befragt. Die Teilnehmer dieser Studie leisten einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den neuen Grippeerreger", erläutert Professor von Sonnenburg.
Interessenten, die an der Studie teilnehmen möchten, können sich direkt bei der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin unter den Telefonnummern (089) 21 80 - 35 17 oder (089) 34 08 99 10 melden und informieren. Weitere Informationen sind auch auf deren Website einzusehen. Der neue Impfstoff soll - sofern er sich in der Studie bewährt - in der aktuellen Pandemie Anwendung finden.
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