Langen. Schweden impft seit dem 12. Oktober gegen die Schweinegrippe und hat nun erste Erfahrungen mit dem auch in Deutschland verwendeten Stoff Pandemrix präsentiert.
Demnach entsprechen die Nebenwirkungen denen, die nach den Zulassungsstudien erwartet werden. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen bei Frankfurt/Main stellt Auszüge aus dem schwedischen Bericht vor:
In dem Land wurden bisher etwa 1,4 Millionen Dosen des Impfstoffes Pandemrix ausgeliefert. Es wurde jedoch nicht mitgeteilt, wie viele Menschen geimpft wurden. Insgesamt hätten Gesundheitsmitarbeiter bisher etwa 200 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet. Von dem Geimpften selbst hätten 400 bis 500 über Nebenwirkungen berichtet. In Zulassungsstudien wurden bislang unter anderem Kopf- und Gelenkschmerzen, Fieber, Mattigkeit und Rötung an der Einstichstelle festgestellt.
Schwerwiegende allergische Reaktionen
Beachtenswert sei die Meldung von allergischen Reaktionen bei 37 Patienten, darunter seien 15 schwerwiegende Reaktionen, schreibt das PEI. Die Patienten seien mit Adrenalin, Kortikosteroiden und Antihistaminika behandelt worden. Bei zwei der Patienten sei eine Hühnereiweißallergie bekanntgewesen. Nach Auffassung des Paul- Ehrlich-Instituts ist es notwendig, die Umstände der einzelnen Fälle weiter abzuklären.
Fünf Patienten in Schweden seien im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gestorben. "Derzeit gibt es allerdings keine Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung", betont das PEI. Das Intervall zwischen Impfung und Tod betrug zwischen 12 Stunden und 4 Tagen. "Alle fünf Patienten hatten chronische Erkrankungen."
Die Todesfälle müssten vor dem Hintergrund von 200 und 250 Todesfällen pro Tag in Schweden gesehen werden, wobei die Mehrheit der Fälle ältere Menschen mit chronischen Grunderkrankungen betrifft, also die Gruppe, die derzeit bevorzugt geimpft wird. (dpa)
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