Die hell glühenden Perseiden haben in der Nacht zum Sonntag einen Sternschnuppenregen an den Himmel über Deutschland und ganz Europa gezeichnet. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 200.000 Kilometern in der Stunde trafen Staub und Körnchen des Kometen „109P/Swift-Tuttle“ auf die Erdatmosphäre und strahlten beim Verglühen hell auf. „Darunter waren einige immens helle Feuerkugeln, die sogenannten Boliden“, sagte Hans-Ulrich Keller, Professor an der Universität Stuttgart am Sonntag.
Der Astronom und vielfache Buchautor hat das Spektakel zwar schon etliche Male gesehen, steht aber immer wieder gerne dafür auf: „Es ist einfach schön.“ Über Deutschland waren 50 bis 60 Sternschnuppen in der Stunde zu sehen, einige von ihnen gar heller als die Venus, sagte Keller. Das Maximum der Perseiden wurde hingegen für Sonntagmittag zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr deutscher Zeit erwartet. Dann wären bis zu 100 Sternschnuppen zu beobachten. „Das können in diesem Jahr aber nur die Menschen in Amerika, bei denen ist es dann noch dunkel.“
Perseiden im Sternbild Adler.
Foto: imagoWer die Sternschnuppenbeobachtung ganz verpasst hat, erhält in der Nacht zum Montag eine weitere Chance: Die Perseiden sind mehrere Nächte nacheinander zu sehen, das Maximum haben sie in diesem Jahr aber schon hinter sich. Für eine optimale Beobachtung muss man allerdings lange wach bleiben oder sehr früh aufstehen, die meisten Meteore sind in der Regel in der Zeit vor der Morgendämmerung zu sehen.
Die kleinen Stücke des Kometen rasen mit rund 30 Kilometern in der Sekunde auf die Erde zu, ergänzte Keller, der sich in Nächten wie diesen selbst mehr als „Sternengucker“ denn als Astronom betrachtet. Die Erde läuft den Trümmern auf ihrer Bahn um die Sonne zudem mit ähnlicher Geschwindigkeit entgegen.
In der Summe rasen die Perseiden also mit 60 Kilometern in der Sekunde in die Atmosphäre und verglühen, das sind etwa 200.000 Kilometer pro Stunde. Zwischen 110 und 40 Kilometern Höhe erhitzen die Körnchen sich und die umgebende Luft auf 3000 bis 4000 Grad Celsius.
Der Ursprung der Perseiden scheint im namensgebenden Sternbild Perseus zu liegen. Ursache ist „109P/Swift-Tuttle“, der eine lange Spur aus Staub und Körnchen hinter sich herzieht. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die Erde diese jedes Jahr im August. Dann dringen Teilchen davon in die Atmosphäre ein und verglühen.
Die Sternschnuppen heißen im Volksmund auch „Laurentiustränen“, weil sie just um den Gedenktag des Heiligen am 10. August besonders oft zu sehen sind. Die kleinen Lichtblitze galten als die Tränen des Himmels über das Martyrium des Laurentius. Der wurde am 10. August 258 auf Befehl des römischen Kaisers Valerian auf einem glühendem Rost zu Tode gefoltert. (dpa)
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