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Studenten: Ein Viertel hat psychische Probleme

Prüfungsangst, Leistungsdruck und depressive Störungen machen vielen Studenten zu schaffen. Eine psychologische Beratung nehmen nur die wenigsten in Anspruch, zu groß ist die Angst abgestempelt zu werden.

Etwa ein Viertel aller Studenten leidet Experten zufolge an psychischen Beeinträchtigungen.
Etwa ein Viertel aller Studenten leidet Experten zufolge an psychischen Beeinträchtigungen.
Foto: dpa

Bremen. Etwa ein Viertel aller Studenten leidet Experten zufolge an psychischen Beeinträchtigungen. Diese reichten von Prüfungsangst über Leistungsdruck bis hin zu depressiven Störungen.

Dies sagte Swantje Wrobel, Leiterin der psychologisch- therapeutischen Beratungsstelle der Universität Bremen. Professionelle Beratung nähmen hingegen nur sechs bis sieben Prozent der betroffenen Studierenden in Anspruch. "Die meisten wollen nicht als krank oder verrückt abgestempelt werden", so Wrobel.

Die häufigsten Gründe sind laut der Psychologin im sozialen Umfeld zu suchen: Das Studium bedeutet für einen Großteil der Studenten der Beginn einer neuen Lebensphase, in der sie sich erstmals von ihrer gewohnten Umgebung lösen.

Allein die Suche nach der eigenen Identität und die Zukunftsplanung stellen hohe Anforderungen dar. "Wenn es dann noch heißt, schnell und effektiv zu studieren, um Studiengebühren zu sparen, wird der Druck einfach zu groß", sagt sie.

Nach der Umstellung von Diplom auf Bachelor sei die Anzahl der psychologischen Beratungen deutlich gestiegen. "Und das bei sinkender Studierendenzahl", erklärt Wrobel. Das spreche für einen vermehrten Anforderungsdruck seit der Bildungsreform. Früher seien die Studenten eher gegen Ende des Studiums in die Beratung gekommen, wenn die Prüfungen anstanden.

"Heute geht der Lernstress schon im ersten Semester los, weil die Prüfungen auf das gesamte Studium verteilt sind." Zeit für die Frage, ob das Studienfach überhaupt das richtige ist, bleibt dabei meistens nicht.

Die psychologische Beratungsstelle kann dabei helfen, solche Probleme zu lösen. Vielen Studenten reiche es schon, darüber zu reden. "Bis die Studenten zu uns kommen, fressen sie ihre Probleme in sich hinein", sagt Wrobel. In beratenden Einzel- und Gruppengesprächen werde ein Weg aus der Krise gesucht. Sind die Studenten längerfristig behandlungsbedürftig, werden sie an örtliche Therapeuten vermittelt. (dpa/tmn)

Datum:  27 | 2 | 2009
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