Mit Hilfe der Polizei hat die Leitung der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) am frühen Montagmorgen die seit fast sieben Wochen anhaltende Besetzung der Hochschule durch Studenten beendet. Die LMU war die letzte noch besetzte Hochschule in Bayern. Die Studierenden protestierten mit ihrer Aktion gegen die Studienbedingungen, die Probleme mit den neuen Bachelor-Studiengängen und die Studiengebühren.
Nach Angaben von Besetzern forderte LMU-Präsident Bernd Huber sie am Montagmorgen persönlich auf, das Gebäude zu verlassen. Er habe dies unter anderem damit begründet, dass die Situation für das Personal untragbar geworden sei und die Studenten im Gebäude Abfall hinterlassen hätten. Huber kritisierte zudem, die Protestierer seien nicht auf sein vor Wochen gemachtes Angebot eingegangen, wonach er eine Überprüfung der Höhe der Studiengebühren in Aussicht stellte.
Nach Angaben von mehreren Besetzern fuhren gegen 6.30 Uhr am Montag zahlreiche Mannschaftswagen der Polizei an der Uni in der Innenstadt vor. Ein Münchner Polizeisprecher sagte, die Uni-Leitung habe von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht. Einsatzkräfte hätten daraufhin die Besetzer aufgefordert, das Universitätsgebäude unverzüglich zu verlassen.
"Luftbrücke" versorgt Besetzer
Die Besetzer erhielten 15 Minuten Zeit, um ihre Sachen zu packen und den Audimax genannten Hörsaal zu verlassen. Zuletzt hatten dort nach Polizeiangaben 22 Personen campiert und die Nacht verbracht. Nach Ablauf des Ultimatums wurden die jungen Leute von Polizeibeamten nach draußen geführt. Nach übereinstimmenden Angaben von Betroffenen und eines Polizeisprechers verlief die Aktion friedlich und ohne Zwischenfälle.
Bereits über die Weihnachtsfeiertage hatte die Uni-Leitung den Druck auf die Protestierenden erhöht. Sie ließ ab Freitag niemanden mehr in das Gebäude und versuchte sogar, die Versorgung der Besetzer mit Lebensmitteln zu unterbinden. Die Studenten warfen Huber vor, sie "aushungern" zu wollen.
Studenten und sympathisierende Bürger versorgten die knapp 30 Besetzer über die Weihnachtstage daher von außen über eine "Luftbrücke" mit Proviant. Die Besetzer ließen am Samstag aus einem Fenster im zweiten Stockwerk ein Seil hinunter, an das ihre Unterstützer eine Kiste mit Obst, Lebkuchen, Konservendosen, Zahnbürsten und Deo banden. Die Versorgungsaktion wurde nach einiger Zeit vom Sicherheitsdienst der Uni unterbunden. (ddp)
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