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Studie: Familie als stützender Verbund

Der Familie wird in Deutschland ein großer Stellenwert eingeräumt: Sie wird vor allem zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe im Alltag in Anspruch genommen.

In Deutschland spielt der Zusammenhalt der Familie eine zunehmend größere Rolle.
In Deutschland spielt der Zusammenhalt der Familie eine zunehmend größere Rolle.
Foto: dpa

München. Der Familie wird in Deutschland ein großer Stellenwert eingeräumt: Sie wird vor allem zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe im Alltag in Anspruch genommen.

Das hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München in seiner "AID:A"-Studie ("Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten") ermittelt. Von einem guten Familienklima sprechen 70 Prozent der Befragten: Sie gaben an, "immer gern" mit ihrer Familie zusammen zu sein. Nur bei 16 Prozent kommt es "häufig" zu Reibereien. Lediglich 2 Prozent gaben an, "selten" Spaß mit ihrer Familie zu haben.

Eine wichtige Rolle spielen laut "AID:A" gemeinsame Mahlzeiten: Zwei Drittel der Befragten mit Kindern unter 18 Jahren gaben an, dass sie immer gemeinsam essen würden. Für knapp ein Drittel trifft dies immerhin "gelegentlich" zu. Am häufigsten gelingt es beim Abendessen, die Familie an einen Tisch zu bringen. 80 Prozent der 18- bis 32-Jährigen sagten, diese Mahlzeit "fast immer" vollzählig einzunehmen. Beim Mittagessen schaffen es hingegen nur 37 Prozent.

Familienmitglieder werden vor allem in schwierigen Situationen zurate gezogen. Neun von zehn Personen gaben an, sich in den vergangenen zwölf Monaten innerhalb der Familie Hilfe gesucht zu haben. Wer in einer Partnerschaft lebt, greift in 90 Prozent der Fälle auf den Partner zurück - gleichgültig, ob es sich um verheiratete Paare, nichteheliche Lebensgemeinschaften oder sogar um Paare handelte, die in verschiedenen Haushalten leben.

Über Generationen hinweg wird vor allem die Mutter als Ratgeber herangezogen: Für zwei Drittel gilt sie als wichtigster Ansprechpartner. Mit zunehmendem Alter übernehmem auch Kinder diese Funktion: 45 Prozent der Befragten, deren Kinder älter als zehn Jahre sind, wenden sich bei Problemen an sie.

Betrachtet man drei Generationen, nehmen Großeltern vor allem eine unterstützende Rolle ein: Nach Eltern und Kindertageseinrichtungen sind sie die drittstärkste Betreuungsinstanz. In den ersten Schuljahren kümmern sie sich sogar in mehr als 40 Prozent der Fälle um ihre Enkel.

Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums befragte das DJI in einer Stichprobe 25 000 Haushalte. Berücksichtigt wurden Personen von 0 bis 55 Jahren. Den Angaben zufolge liegt der Studie ein erweitertes Verständnis von "Familie" zugrunde: So werden auch Großeltern, Kinder, Stiefkinder oder Lebenspartner zur Familie gerechnet, wenn sie nicht im selben Haushalt wohnen. (dpa/tmn)

Ergebnisse der "AID:A"-Studie: dpaq.de/Familie

Datum:  22 | 6 | 2010
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