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Studie: Graffiti senkt Lebensqualität

Graffiti tragen nicht unbedingt zur Verschönerung eines Stadtviertels bei. Eine Studie zeigt jetzt, dass die Schmierereien außerdem das Verhalten der Menschen negativ beeinflussen.

Das totale Fehlen von Graffiti ist meist ein Zeichen für eine spießige Gegend, ohne Szene, ohne Leben. Aber zuviel Wandbemalung fördert auch ein kriminelles Umfeld.
Das totale Fehlen von Graffiti ist meist ein Zeichen für eine spießige Gegend, ohne Szene, ohne Leben. Aber zuviel Wandbemalung fördert auch ein kriminelles Umfeld.
Foto: dpa

Washington/Hamburg. Graffiti tragen nicht unbedingt zur Verschönerung eines Stadtviertels bei. Eine Studie zeigt jetzt, dass die Schmierereien außerdem das Verhalten der Menschen negativ beeinflussen.

Wissenschaftler der Universität Groningen in den Niederlanden konnten in Feldversuchen nachweisen, dass allein die Anwesenheit von Graffiti die Anzahl der Menschen mehr als verdoppelte, die Abfälle auf die Straße warfen, oder die stahlen. Die Wahrscheinlichkeit steige, dass Menschen Normen oder Gesetze brechen, wenn sie beobachten, dass auch andere Regeln verletzen, schreiben die Wissenschaftler um Kees Keizer im US-Fachjournal "Science".

Damit werde auch die "Theorie des zerbrochenen Fensters" bestärkt, wonach Anzeichen von ordnungswidrigem Verhalten - wie zerbrochene Fenster, Graffiti oder Müll - weitere Vergehen und Kleinkriminalität nach sich ziehen.

In einem Versuch hatten die Wissenschaftler Menschen in einem Shopping-Viertel von Groningen beobachtet, wo viele Fahrräder parken. Mal waren die Wände sauber, mal waren sie beschmiert. Am Lenkrad der Fahrräder wurden Werbeflyer mit einem Elastikband befestigt, dann testeten die Wissenschafter das Verhalten der Leute, wenn sie ihr Rad wieder abholten.

Einen Mülleimer gab es in der Straße nicht. Die Forscher stellten einen deutlichen Unterschied fest: Waren die Wände sauber, warfen nur 33 Prozent der beobachteten Radfahrer den störenden Flyer auf die Straße - wenn es Graffiti gab, waren es hingegen 69 Prozent. (dpa)

Datum:  20 | 11 | 2008
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