Frankfurt/Main. Ein uneheliches Kind hat eine alleinerziehende Mutter - diese Gleichung stimmt nach einer Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock nicht mehr.
Vielmehr lebten heute auch uneheliche Kinder meist bei Vater und Mutter statt bei einem alleinerziehenden Elternteil, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" aus der noch unveröffentlichten Studie des Instituts. Grund sei der Trend junger Paare zu einer Partnerschaft ohne Trauschein. Die Forscher hatten dazu Familienstand und Geburten bei 12.000 Frauen der Jahrgänge 1971 bis 1973 erhoben.
Ergebnis: In nichtehelichen Gemeinschaften lebten bei der Geburt des ersten Kindes 25 Prozent der West-Frauen und 45 Prozent der Ost- Frauen. Das waren deutlich mehr als jene, die bei der ersten Geburt alleinerziehend waren - 12 Prozent im Westen und 20 Prozent im Osten.
Die Mehrzahl unehelicher Kinder lebe damit in eheähnlichen Partnerschaften, erklärten die Forscher die Daten. Als eine Ursache nannten sie die Reform des Kindschaftsrechts 1998, die auch unverheirateten Eltern das gemeinsame Sorgerecht ermögliche. (dpa)
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