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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

12. April 2011

Studie: Schlechte Bildung verursacht Milliardenkosten

Wenn der Übergang von der Schule in eine Ausbildung nicht gelingt, entstehen hohe Folgekosten für Länder und Kommunen.  Foto: dpa

Wenn Jugendliche ohne Ausbildung bleiben, dann kostet das die öffentlichen Haushalten pro Jahrgang 1,5 Milliarden Euro. Das zeigt eine neue Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

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Die Allgemeinheit muss für fehlende Bildung und Berufschancen bei der Jugend aufkommen. Laut dem Wissenschaftszentrum Berlin, das die Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchführte, starten jährlich rund 150.000 junge Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung ins Berufsleben. „Wenn es nicht gelingt, diese Zahl zu halbieren, entstehen für die öffentlichen Haushalte Belastungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang“, warnten die Forscherinnen und Forscher heute in Berlin.

Vor allem die Einnahmeverluste aufgrund geringerer Lohnsteuer-Zahlungen kommen den Staat teuer zu stehen, zeigt die Studie. Sie haben einen Anteil von 70 Prozent an den Gesamtkosten. Weitere Kosten entstehen durch entgangene Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie Ausgaben für Arbeitslosengeld und notwendige Sozialtransfers. Die Folgekosten fallen zu 40 Prozent auf Bundesebene an, 30 Prozent tragen die Bundesländer und jeweils 15 Prozent entfallen auf die Kommunen und die Bundesagentur für Arbeit.

Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass es künftig gelingt, die Zahl junger Menschen ohne Ausbildungsabschluss zu halbieren. Dadurch würden die öffentlichen Haushalte hochgerechnet auf die nächsten zehn Jahre Folgekosten von insgesamt 15 Milliarden Euro sparen.

Unter den Jugendlichen ohne Ausbildung sind laut Studie vor allem Hauptschulabsolventen (52 Prozent), gefolgt von den jungen Erwachsenen mit Realschulabschluss (26 Prozent). 22 Prozent bleiben ganz ohne Schulabschluss - und damit ohne Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

"Schulen in sozialen Brennpunkten benötigen dringend zusätzliche Finanzmittel, hier werden die besten Pädagogen und Schulleiter gebraucht. Sie müssen vordringlich zu echten Ganztagsschulen ausgebaut werden", forderte der Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

Die Studie zeigt, dass für jeden jungen Menschen ohne Ausbildungsabschluss heute rund 22.000 Euro investiert werden könnten, ohne dass bei den öffentlichen Haushalten künftig zusätzliche Kosten entstehen würden. Zwischen den Bundesländern gibt es laut WZB dabei je nach Zusammensetzung und Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildungsabschluss Unterschiede: Die Folgekosten pro Kopf liegen zwischen 17000 Euro in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern und 23.000 Euro in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. ki/dpa

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