Bonn. Die Kultusminister der Länder und die Hochschulrektoren haben sich zuversichtlich gezeigt, einen gemeinsamen Weg zur Verbesserung der kritisierten Bachelor- und Master-Studiengänge zu finden. Beide Seiten gingen davon aus, dass es eine "gemeinsame tragfähige Lösung" geben werde, sagte der amtierende Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Henry Tesch (CDU), am Donnerstag in Bonn.
Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, sagte, sie habe den Eindruck, dass Länder und Hochschulen eine vernünftige Lösung finden würden. Die Präsidien von KMK und HRK waren in Bonn wegen der anhaltenden Studentenproteste gegen die Studienreform zu einem Treffen zusammengekommen. Die KMK will zudem am Nachmittag Eckpunkte für Nachbesserungen an der sogenannten Bologna-Studienreform beschließen, in deren Rahmen die kürzeren und verschulteren Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt wurden.
Kritik an Prüfungsdichte, Überfrachtung, Verschulung
Studenten hatten in den vergangenen Wochen massiv gegen die Reform protestiert. Sie kritisieren unter anderem eine zu hohe Prüfungsdichte, eine Überfrachtung der Inhalte und eine zu weitgehende Verschulung der Studiums.
In Bonn kamen am Donnerstagmittag mehrere hundert Schüler und Studenten zu einer Demo zusammen. Im Stadtteil Bad Godesberg versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 700 Demonstranten. Sie trugen Transparente wie "Ohne Bildung keine Zukunft" oder "Gemeinsam laut für bessere Bildung". Nach Angaben der Polizei waren auch noch zahlreiche Studenten in Zügen nach Bonn unterwegs. Sie wollen am Nachmittag gemeinsam zum Tagungsort der KMK ziehen.
Am Donnerstagmorgen war laut Polizei bereits ein Schiff aus Mainz mit rund 250 Studierenden in Bonn angekommen, die sich den Protesten anschließen wollten. (afp)
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