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Studium: Zurechtfinden im Fächer-Dschungel

Für Schüler kurz vor dem Abschluss beginnt jetzt eine Zeit im Dauerstress: Sie müssen nicht nur für die anstehenden Prüfungen pauken, sondern sich auch schon um die Zeit danach kümmern.

Studenten bei einer Vorlesung
Studenten bei einer Vorlesung
Foto: ddp

Bochum. Für Schüler kurz vor dem Abschluss beginnt jetzt eine Zeit im Dauerstress: Sie müssen nicht nur für die anstehenden Prüfungen pauken, sondern sich auch schon um die Zeit danach kümmern. Wer nach dem Abitur oder der Fachhochschulreife studieren will, steht oft etwas ratlos vor der Frage, welches Fach zu ihm passt. Das wachsende Studienangebot und die vielen neuen Bachelorstudiengänge machen die Entscheidung nicht gerade leichter.

Schulabgänger sollten sich so früh wie möglich mit der Wahl des Studienfaches befassen, rät Eva Fischer von der Studienberatung der Universität Bochum. "Die Studienfachwahl ist ein Entscheidungsprozess, der lange dauern kann." Im ersten Schritt sollten angehende Studenten sich mit ihren Wünschen und Zielen auseinandersetzen, rät Thomas Wittwer von der Agentur für Arbeit in Stuttgart. Ebenso könne es ihnen bei der Studienwahl helfen, sich daran zu erinnern, was sie als Kind immer machen wollten, empfiehlt Fischer. Dabei seien auch Träumereien keineswegs tabu, selbst wenn sie sich zunächst "etwas spinnert" anhören mögen.

Im zweiten Schritt sollten Schulabgänger mit verschiedenen Leuten über die Studienwahl sprechen. Dazu gehören Eltern und Lehrer, aber auch Menschen, die im eigenen Wunschberuf arbeiten. Zu sehr sollten Abiturienten aber nicht auf ihre Eltern hören. "Ein erzwungenes Studium kann man nicht intensiv und daher auch nicht gut betreiben", sagt Amrei Scheller, Psychologin von der Universität Hamburg.

Entscheidungshilfen geben auch die Arbeitsagenturen oder private Berufsberater. Abiturienten könnten sich aber auch ein Lehrbuch eines Studienfaches besorgen oder eine Vorlesung besuchen, um zu erfahren, ob das Studium ihren Vorstellungen entspricht, sagt Scheller.

Zudem gebe es zahlreiche Online-Tests, die einem Assessment-Verfahren gleichen. "Manche Universitäten machen Selbsttests schon zur Bewerbungsvoraussetzung", sagt Psychologin Scheller. Darin werden unter anderem der eigene Wissensstand in einem Fach und die Konzentrationsfähigkeit eingeschätzt.

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sollten bei der Entscheidung nicht unbedingt an erster Stelle stehen. "Zum einen gibt es keine seriöse Prognose über mehr als zwei Jahre. Zum anderen stellt sich die Frage, ob ich in einem Berufsfeld, das ich nur oder hauptsächlich wegen des günstigen Marktes gewählt habe, erfolgreich und zufrieden bin", sagt Wittwer. Auch die Hochschule und der Studienort sollten bei den Überlegungen eine Rolle spielen, rät Fischer.

Denn oft verbergen sich hinter den gleichen Studienfach-Bezeichnungen völlig unterschiedliche Inhalte. Ein breit gefächerter Studiengang macht außerdem für viele mehr Sinn als stark spezialisierte Fächer. Denn welches Fachwissen gefragt ist, kann sich schnell ändern. Mit einer breiter fundierten Qualifikation haben Absolventen daher mehr Möglichkeiten.

Entpuppt sich das gewählte Fach hinterher trotz allem nicht als das richtige, empfehlen die Berater, sich rasch über einen Wechsel Gedanken zu machen. "Man muss den Zweifel ernst nehmen und nicht erstmal runterschlucken", rät Fischer. Ein Wechsel müsse dann kein Drama sein und als Versagen aufgefasst werden. (dpa/tmn)

Mehr Informationen unter www.studienwahl.de und www.hochschulkompass.de

Datum:  5 | 1 | 2009
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