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Tarbosaurier: Rituelles Begräbnis vor 70 Millionen Jahren

Sensationelle Entdeckung in der Wüste Gobi: Bereits vor 70 Millionen Jahren bestatteten Tarbosaurier ihre Toten in Ei-Särgen. Grabbeigaben zeigen, dass sie Stoffe weben konnten. Von Leon Reuter

Jahrtausendfund: Eiförmige Hülle für einen Tarbosaurier, der zum Ahn wurde.
Jahrtausendfund: Eiförmige Hülle für einen Tarbosaurier, der zum "Ahn" wurde.
Foto: rtr

Bereits vor 70 Millionen Jahren bevölkerten intelligente Lebewesen den Planeten Erde. Dies schließen Paläontologen um Professor Jack Sparrow vom Black Pearl Institute in Okayama aus sensationellen Dinosaurierfunden in der Wüste Gobi. "Unser Team hat mehrere Tarbosaurier ausgegraben, die von ihren Angehörigen eindeutig in eiförmigen Särgen bestattet wurden", erläutert Sparrow im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau den "Jahrtausendfund". "Wir stehen am Beginn einer der aufregendsten Entdeckungen in der Geschichte der Menschheit", sagt der Wissenschaftler.

Die Funde stammen aus der sogenannten Cretaceous Periode vor 70 Millionen Jahren. Die ausgegrabenen Tarbosaurier lebten kurz vor der Kreide-Tertiär-Grenze. Ein gewaltiger Meteoriteneinschlag führte dann vor 65 Millionen Jahren zum größten Massensterben in der Erdgeschichte. Die Ära der Dinosaurier wurde schlagartig beendet. Dieser Einschlag bildet auch den Übergang zwischen dem Erdmittelalter (Kreidezeit) und der Erdneuzeit (Tertiär).

Die chemisch-physikalischen Analysen des Dinofunds stammen von Sparrows Mitarbeiterin Elisabeth Swann, die mit winzigen Proben des versteinerten Materials nachweisen konnte, dass das eiförmige Sarggebilde aus genau 99 Lagen von verklebten Blättern entstanden ist. "Eine solcher Verbundwerkstoff erfordert ein hohes technisches Können", erläutert die Forscherin.

Ganz ungewöhnlich sei auch die Anordnung der Knochen, die sortiert in den Sarg gelegt worden seien. "Wir schließen daraus auf eine hochdifferenzierte Begräbniszeremonie, in deren Verlauf die Knochen vom Fleisch befreit worden sind", sagt Elizabeth Swann.

"Alle Beteiligten waren zu größter Geheimhaltung verpflichtet - es gleicht einem Wunder, dass tatsächlich alle dichtgehalten haben", berichtet Sparrow über die Untersuchungen, die exakt zwei Jahre dauerten. Der Leiter des Black Pearl Instituts zog weltweit die besten Experten hinzu. Darunter auch den Ethnologen Hector Barbossa von der Universidad de Muerta. Aus der Anordnung der Dinosaurierknochen im eiförmigen Sarg schließt Barbossa, dass es sich möglicherweise um einen ähnlichen Totenkult wie auf Madagaskar gehandelt haben könnte.

Besondere Verstorbene, die sich um die Gemeinschaft verdient gemacht haben, steigen dort zum "Ahn" auf, der die Vermittlerrolle zwischen den Lebenden und den Göttern oder Gott herstellt. Dieser Tote wird nicht begraben, sondern im Sarg aufbewahrt. "Sobald einer Familie oder einem Mitglied ein Unglück passiert, wird ein Famadihana genanntes Totenwendungsfest einberufen", erläutert Professor Barbossa. Dabei würden die Knochen aus dem Sarg genommen und neu in seidene Leichentücher gewickelt. So sollen die Toten besänftigt und wieder gut gestimmt werden.

Elisabeth Swann ging aufgrund der Hinweise Barbossas noch einmal mit dem Rasterelektronenmikroskop auf Fahndung und wurde nach wochenlangem Suchen tatsächlich fündig. An einer kleinen Stelle neben dem Schädel entdeckte sie tatsächlich Reste eines fein gewebten Stoffes.

"Mein Herz fing an zu rasen, als das erste Bild der versteinerten Stoffreste auf dem Bildschirm erschienen", erinnert sich Elisabeth Swann. "Die fein verlaufenden, schräg versetzten Fäden waren deutlich zu erkennen", berichtet sie. Und die Wissenschaftlerin musste nicht lange suchen, bis sie einen verblüffend ähnlichen Stoff in ihrem eigenen Labor entdeckte. "Ich saß noch vor dem Mikroskop, schaute an mir runter und wusste, warum mir die Webart so bekannt vorkam: meine Jeans sahen genauso aus."

Swanns Vermutung konnte von Web-Experten inzwischen bestätigt werden. Sie identifizierten den versteinerten Stoff als Twill oder Köperbindung, der in moderner Zeit erst im Mittelalter entstand. "Dafür aber sind Webmaschinen notwendig", sagt Sparrows. "Unser Fund ermöglichst uns atemberaubend neue Deutungen zur Geschichte der Dinosaurier." Gleichzeitig stellen sich Sparrow viele Fragen. "Denn wenn diese Tarbosaurier auf Maschinen weben konnten und einen aufwendigen Totenkult gepflegt haben, dann kann das alles nicht ohne Sprache entstanden sein", ist er überzeugt.

Unter strenger Geheimhaltung wird derzeit am Fundort in der Wüste Gobi intensiv weiter gegraben. Erste Ergebnisse der neuen Suchstaffel sollen in genau einem Jahr am 1. April vorgelegt werden, wie Professor Jack Sparrow verspricht.

Autor:  LEON REUTER
Datum:  1 | 4 | 2009
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