Die Forscher hoffen, dass genetische Studien der mesozoischen Gemeinschaften aus Crinoiden, den Armfüßern (Brachiopoden) und Nautilus ihnen neue evolutionäre Einsichten geben. "Wir hoffen auch auf ein besseres Verständnis der ökologischen Bedingungen und der Diversität dieser einzigartigen Tiefseegemeinschaft. Dieses Verständnis kann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Lebensräume Korallenmeer leisten."
Wörheides wahre Leidenschaft sind alle benthischen wirbellosen Tiere, also bodenbewohnende festsitzende Organismen - nicht nur die lebenden Fossilien der Tiefsee. Deshalb frohlockt er besonders auch über den Fund einer neuen Art eines korallinen Schwamms der Gattung Vaceletia in einer Flachwasser-Riffhöhle am Bougainville Reef. Verwandte des Schwamms kannte man bisher nur aus der Tiefsee zwischen Neukaledonien und Neuseeland.
Koralline Schwämme wie Vaceletia waren schon im Erdmittelalter vor mehr als 200 Millionen Jahren Riffbildner. Deren Kalkskelett können die Geobiologen lesen wie der Förster die Baumringe: Weil die Schwämme so langsam wachsen, speichern sie Daten, aus denen die Forscher Temperaturkurven der Vergangenheit rekonstruieren können.
"Manche dieser Schwämme wachsen nur einen Millimeter in vier Jahren und viele werden hunderte Jahre alt", so Wörheide. "Wir können ablesen, dass sich mit Beginn der industriellen Revolution der Eintrag von leichten Kohlenstoffisotopen enorm vermehrt hat. An den Sauerstoffisotopen sehen wir, wie die Meeresoberflächentemperatur etwa zur selben Zeit anfing zu steigen." Schuld ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Verbrennung von Kohle und Erdöl.
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