Berlin. Flippern ist an der Technischen Universität Berlin (TU) zurzeit fester Bestandteil der Grundlagenforschung. Anders als in der Kneipe dürfen die Wissenschaftler dabei aber ihre Hände nicht benutzen. Sie müssen das blinkende und fiepende Gerät allein mit der Kraft ihrer Gedanken steuern.
Dazu dient eine Elektroden-Mütze, von der die elektrischen Hirnimpulse an der Kopfhaut abgelesen und an einen Computer übertragen werden. Der speziell programmierte Rechner setzt die Gedanken dann am Flipper in Bewegung um - und die Kugel prallt zurück.
Die Forschung solle später zum Beispiel gelähmten Menschen zu Gute kommen, sagte Klaus-Robert Müller, Professor am Fachgebiet für Maschinelles Lernen, am Donnerstag. Sie könnten dann allein durch ihre Gedanken zum Beispiel Rollstühle steuern.
In Berlin konstruieren Forscher der TU und der Universitätsklinik Charité seit mehreren Jahren gemeinsam Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer. In Experimenten lernten Testpersonen bereits, durch reine Hirnbefehle am Computer zu schreiben und Armprothesen zu steuern. Die Idee funktionierte bisher aber nur bei rund 70 Prozent der Probanden. Bis Patienten in großem Stil davon profitieren, können noch Jahre vergehen. (dpa)
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