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Universität Witten-Herdecke: Hochschulpräsident tritt zurück

Der Präsident der finanziell schwer angeschlagenen Privathochschule Witten-Herdecke, Birger Priddat, tritt zurück. Außerdem haben rund 200 Studenten gegen die Mittelstreichung demonstriert.

Die Uni Witten-Herdecke dürfe nicht baden gehen, fordern Studenten.
Die Uni Witten-Herdecke dürfe nicht baden gehen, fordern Studenten.
Foto: ddp

Witten/Herdecke. Der Präsident der finanziell schwer angeschlagenen Privathochschule Witten-Herdecke, Birger Priddat, tritt zurück. Der Wirtschaftswissenschaftler war seit August vergangenen Jahres Hochschulpräsident und zugleich Geschäftsführer der gemeinnützigen Hochschulgesellschaft.

Das Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen hatte Zweifel an der ordentlichen Geschäftsführung der Universität geäußert und seine Mittel gestoppt. Diese Zweifel des Landes seien ihm auch nach Bewertung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Universität nicht nachvollziehbar, erklärte Priddat. Dennoch habe er sich zum Rücktritt entschlossen, um die Voraussetzungen für einen Neuanfang in der Beziehung zum Land zu schaffen und Schaden von der Universität abzuwenden.

Nach der Streichung von Landesmitteln in Millionenhöhe für die Hochschule demonstrierten am Donnerstag rund 200 Studenten vor dem Düsseldorfer Landtag. Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte in einem Gespräch mit einer Delegation der Demonstranten zu, dass die insgesamt 1200 Studenten im Falle einer Schließung von Witten/Herdecke an andere NRW-Hochschulen wechseln könnten. Man werde den Studenten im Notfall "unbürokratisch" helfen, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Zugleich habe Pinkwart im Gespräch mit den Studenten die Entscheidung des Landes als zwingend verteidigt. Nun sei die Hochschule am Zuge.

Der Betriebsrat der Hochschule forderte das Land dazu auf, die Hochschule vor dem drohenden Aus zu retten. In Ruhrgebiet würden ansonsten zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen. Neben den 600 Hochschul-Beschäftigten hingen weitere 2000 Jobs in der Region von der Bildungseinrichtung ab.

Die private Universität muss in diesem Jahr auf eine Landeszuwendung in Höhe von 4,5 Millionen Euro verzichten. Pinkwart hatte die Entscheidung damit begründet, dass die Hochschule die ordnungsgemäße Geschäftsführung nicht nachweisen könne und keinen Wirtschaftsplan vorgelegt habe. Der Jahresetat der Hochschule liegt bei rund 30 Millionen Euro.

GEW fordert eine Verstaatlichung der Hochschule

Auch den Zuschuss für 2007 in Höhe von rund drei Millionen Euro wird das Land zurückfordern. Die Hochschule habe einräumen müssen, dass ihre Einnahmen 2007 um den Zuschussbetrag höher gewesen seien, als sie dem Land gegenüber zum Zeitpunkt der Zahlung geltend gemacht hatte, erklärte das Forschungsministerium.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine Verstaatlichung der Hochschule durch das Land NRW. Die Arbeitsplätze der Hochschulbeschäftigten sollten so gesichert werden, sagte der GEW-Landesvorsitzende Andreas Meyer-Lauber. Die Universität hatte sich am Mittwoch von der Streichung der Landesförderung "völlig überrascht" gezeigt. Die Vorwürfe wies sie zurück. (dpa)

Datum:  18 | 12 | 2008
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