Vor drei Jahren beschloss Deutschland, dass es Leuchttürme braucht. Unis mit Strahlkraft, wie man sie von Harvard und Princeton kennt. Noch ist das Renommee der neun Spitzenhochschulen, die die Nation bislang gekürt hat, kaum vergleichbar mit den großen US-Vorbildern. Tatsächlich aber findet sich von Aachen über Heidelberg bis München herausragende Forschungsarbeit, nicht zuletzt möglich geworden durch Top-Forscher aus aller Welt, denen die Rektoren heute üppigere Gehälter und attraktivere Arbeitsbedingungen in Aussicht stellen können.
1,9 Milliarden Euro haben Bund und Länder für die Förderung der ersten Graduiertenschulen, Forschungscluster und Zukunftskonzepte springen lassen; bei einer Neuauflage der Exzellenzinitiative könnten noch einmal 800 Millionen Euro hinzukommen. Neben maximal fünf neuen Leuchttürmen sollen bis zu sieben alte weiterstrahlen dürfen. Wer sich nicht bewährt hat, fliegt raus aus dem Olymp der Besten.
Wird die Exzellenzinitiative nicht fortgesetzt, wird es für manche Uni eng: Um Kaderschmieden für herausragende Nachwuchsforscher zu entwickeln, wie an der Uni Konstanz, oder "Strukturen höherer Ordnung in der Mathematik" zu analysieren, wie an der Uni Göttingen, haben die Hochschulen Professoren geholt, für die sie auch finanziell aufkommen müssen, wenn die Exzellenzinitiative ausläuft. Nicht alle Projekte sind dabei schon so weit gediehen, dass sie sich von allein tragen. Gibt es kein Geld mehr, könnten vielversprechende Projekte auf halber Strecke stecken bleiben.
Tragisch, zumal die in Exzellenzprojekte involvierten Wissenschaftler nach ersten Befragungen, etwa durch das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (IFQ), nur wenig an der Initiative zu bemängeln haben: Lob gibt es vor allem für die ungewohnte Forschungsfreiheit etwa in den Clustern, in denen ein Semester zur freien Forschung ebenso möglich wird wie die Anschaffung eines Kernspintomographen.
Frei von Kritik aber ist auch die Exzellenzinitiative nicht: Die Entscheidung darüber, warum die eine Universität punktete und die andere nicht, blieb zuweilen ebenso nebulös wie der Einfluss der Politik auf das Auswahlverfahren. yg
Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.
Wie eine gigantische Lasershow aus dem Weltall wirken die außerordentlich spektakulären Polarlichter - Bilder und Videos.
Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.
Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.