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03. Januar 2013

Unwetterwarnung: Wettervorhersagen können Leben retten

 Von Jan Oliver Löfken
Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg bei der Arbeit. Foto: dpa/dpaweb

Flutkatastrophen treffen Menschen in Entwicklungsländern oft völlig unvorbereitet. Eine Wettervorhersage könnte sie warnen, doch die gibt es in armen Ländern häufig nicht.

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Sowohl die notwendigen Daten als auch die Technologie dazu stünden zur Verfügung. Sie könnte mit einem geringen Aufwand den Menschen vor allem in Afrika und Asien zugutekommen.
„Obwohl nur fünf Prozent der Wirbelstürme im nördlichen Indischen Ozean auftreten, sind sie für 95 Prozent der Sturmopfer verantwortlich“, berichtet der Meteorologe Peter J. Webster in der Zeitschrift Nature. Durch rechtzeitige Warnungen könnten viele Menschenleben gerettet werden. Dazu müssten jedoch die Wetterdaten zu den Menschen in den betroffenen Gebieten gelangen. Daher fordert Webster eine engere Zusammenarbeit von Forschungsinstituten vor allem in der EU und den USA mit den Behörden der Entwicklungsländer.
Mit fortschreitendem Klimawandel wächst der Bedarf und auch der Nutzen für solche Warnsysteme. „Denn ein Mensch in Südasien oder Afrika muss während seines Lebens mit mehreren extremen Wetterereignissen rechnen“, sagt Webster. Vor Fluten könne bereits bis zu zwei Wochen vorher gewarnt werden, drohende Dürreperioden kündigen sich sogar viele Wochen vor ihrem Beginn an.

Mit einer solchen Vorlaufzeit könnten die Bewohner sich und ihr Hab und Gut rechtzeitig vor Flutkatastrophen in Sicherheit bringen. Ernten könnten vor einer Wetterkatastrophe eingebracht werden und bei einer möglichen Dürre ließen sich die Folgen durch eine geeignete Wahl von Feldfrüchten, die resistenter gegen Trockenheit sind, lindern. Zudem wäre ein Warnsystem vor extremen Wetterereignissen nicht teuer. Ein Flutwarnsystem, das in den vergangenen Jahren in Bangladesch eingeführt wurde, verhinderte laut einer Analyse der Weltbank pro investiertem Dollar etwa 40 Dollar an Schäden. Von einer solch enormen Rendite können alle Wirtschaftszweige heute nur träumen.
Schon heute stellen viele Institute ihre Wetterdaten frei zur Verfügung. Doch je besser und detaillierter die Daten werden, desto schwieriger gestaltet sich die Auswertung. Daher sollten Schulungen in den Entwicklungsländern laut Webster mit einer verständlicheren Aufbereitung durch die Organisatoren einher gehen.

30-Tage-Prognosen möglich

In Europa entwickelten Forscher des Joint Research Center (JRC) im italienischen Ispra das „Glofas“-Programm (Global Flood Awareness System), das weltweit drohende Fluten mit bis zu 15 Tagen vorhersagen kann. Möglich ist dies durch die Kopplung verfügbarer Wettervorhersagen mit hydrologischen Modellen der jeweiligen Region.

Dabei beachten die JRC-Forscher sowohl exakte Flussverläufe als auch Landschaftsformen und den jeweiligen geologischen Untergrund. Auf etwa einen Tag genau kann eine Flutvorhersage mit einer hohen räumlichen Auflösung von zehn Kilometern vor den drohenden Wassermassen warnen. Langfristig streben die Entwickler sogar eine 30-Tage-Vorhersage an.

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