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15. Dezember 2008

Uranminen: Radon erhöht Risiko diverser Krebsarten

Wissenschaftlich ist bereits seit langem erwiesen, dass das Edelgas Radon Lungenkrebs verursacht. Etwa 9000 ehemalige Wismut- Arbeiter erhalten Schätzungen zufolge deswegen eine Rente. Foto: dpa

Erhöht ist das Krebsrisiko ist bei Kumpeln, die dem radioaktiven Edelgas Radon unter Tage ausgesetzt waren. Das sind etwa fünf Prozent der Bergarbeiter der Ex-DDR.

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Salzgitter. Das Krebsrisiko ehemaliger Bergarbeiter aus den Uranminen der DDR ist nicht nur für Lungenkrebs, sondern auch für andere bösartige Tumore erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt eine im "British Journal of Cancer" veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).

Diese Gefahr bestünde aber nur für Uran- Kumpel, die dem radioaktiven Edelgas Radon unter Tage verstärkt ausgesetzt waren, sagte BfS-Wissenschaftlerin Michaela Kreuzer. Das sei bei "deutlich weniger" als fünf Prozent der Bergarbeiter der Fall gewesen. Die betroffenen Uran-Kumpel hätten unter anderem an Magen-, Leber- und Mundhöhlenkrebs gelitten. Unklar bleibe, ob die Risikoerhöhungen auch durch andere Belastungen im Bergbau - wie Feinstaub oder Arsen - ausgelöst worden sein könnten.

Für die Studie hat das Bundesamt 59.000 Männer erfasst, die zwischen 1946 und 1989 bei dem ehemaligen Uranerzbergbaubetrieb Wismut in Thüringen und Sachsen beschäftigt waren. Sie gilt nach Angaben des BfS als weltweit größte Studie zu diesem Thema und läuft bereits seit etwa zehn Jahren. I

nsgesamt waren rund 400.000 Kumpel im Erzgebirge und in Thüringen im Uranabbau beschäftigt, um Material für die Atomwaffenproduktion der Sowjetunion zu beschaffen. Dabei waren sie einer erhöhten Strahlen- und Staubbelastung ausgesetzt.

Wissenschaftlich ist bereits seit langem erwiesen, dass das Edelgas Radon Lungenkrebs verursacht. Etwa 9000 ehemalige Wismut- Arbeiter erhalten Schätzungen des BfS zufolge deswegen eine Rente. Ob auch andere Krebsarten durch das Einatmen von Radon verursacht werden, war bislang noch nicht erforscht.

Um das Krebsrisiko noch genauer beschreiben zu können, haben Wissenschaftler daher die Todesfälle der ehemaligen Bergbaukumpel zusätzlich auf 18 Krebsarten hin untersucht. Bis Ende 2003 hatten sie neben 3000 Lungenkrebsfällen weitere 3340 Todesfälle an bösartigen Tumoren vor allem in Magen, Leber, Mundhöhle und Rachenraum registriert. Die BfS-Wissenschaftler wollen alle fünf Jahre neue Ergebnisse der Langzeitstudie vorstellen. Sie ist bis 2030 angelegt.(dpa)

http://www.nature.com/bjc/journal/v99/n11/abs/6604776a.html

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