Washington. Arbeiter haben in der US-Atomanlage "Hanford Site" im Bundesstaat Washington ein halbes Gramm waffenfähiges Plutonium-239 (Pu-239) gefunden. Es befand sich ein einer einfachen Glasflasche, die in einem rostigen Safe steckte, wie das Magazin "Nature" am Freitag auf seiner Internet-Seite berichtet.
Demnach kamen Wissenschaftler nach Untersuchungen zu dem Schluss, dass das radioaktive Schwermetall ungefähr aus dem Jahr 1946 stammt. Es wäre damit die bisher zweitälteste existierende Probe künstlich hergestellten Plutoniums, zitierte das Blatt Jon Schwantes, einen der beteiligten Forscher vom Pacific Northwest National Laboratory in Richland.
Das Plutonium war in einer Lanthan-Fluorid-Flüssigkeit gelöst, einer Mischung, die seit Mitte der 1950er Jahre nicht mehr benutzt wird. Aufgrund der Elemente in der Chemikalie gehe man davon aus, dass das Plutonium nicht aus Reaktoren innerhalb des Atomkomplexes "Hanford Site", sondern aus einem Forschungsreaktor in der Nähe von Oak Ridge im 3000 Kilometer entfernten US-Bundesstaat Tennessee stamme. Wie es von dort in den Staat Washington gelangte, blieb zunächst unklar.
In "Hanford Site" wurde 1944 der erste große Plutonium-Reaktor der Welt in Betrieb genommen. Mit dem dort hergestellten Plutonium wurde auch die Atombombe hergestellt, die die Amerikaner am 9. August 1945 über Nagasaki abwarfen. 1987 wurde die Produktion eingestellt.
Seither gibt es in Atomanlage eine der größten Reinigungsaktion der Welt, um die radioaktiven Abfälle der über 40-jährigen Plutoniumproduktion sicher zu entsorgen. Pu-239 wird bis heute als Spaltmaterial in der Kernwaffenherstellung verwendet. Der Originalartikel ist im Fachblatt "Analytical Chemistry" erschienen.
(Fachartikelnummer: DOI 10.1021/ac802286a)
Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.
Wie eine gigantische Lasershow aus dem Weltall wirken die außerordentlich spektakulären Polarlichter - Bilder und Videos.
Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.
Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.