London/Tallahassee (dpa) - Die Stärke tropischer Wirbelstürme hat einer US-Studie zufolge in den vergangenen 25 Jahren zugenommen. Am auffallendsten war der Trend über dem Atlantik und dem nördlichen Teil des Indischen Ozeans.
Die Forscher führen die Entwicklung auf einen Anstieg der Wassertemperaturen zurück. Ihrer Berechnung zufolge erhöht die Erwärmung der Meeresoberfläche um ein Grad Celsius die Zahl starker Wirbelstürme um fast ein Drittel - von weltweit 13 auf 17 im Jahr.
Interaktive Grafiken: Weg und Entstehung des Wirbelsturms Gustav.
"Unsere Ergebnisse stimmen mit der Annahme überein, dass das Meer mehr Energie hat, einen tropischen Wirbelsturm zu bilden, wenn das Wasser sich erwärmt", schreiben die Forscher um James Elsner im britischen Fachjournal "Nature" (Bd. 455, S. 92).
Die Wissenschaftler der Universität Florida in Tallahassee haben für ihre Studie Daten aus 25 Jahren ausgewertet. Sie verglichen jeweils die maximalen Windgeschwindigkeiten, die ein Tropensturm während seiner Dauer entwickelte.
Dabei ergab sich ein nachweisbarer Aufwärtstrend - je stärker der Sturm war, umso klarer. Mit Ausnahme des Südpazifischen Ozeans zeigte sich das Muster in allen Entstehungsregionen tropischer Wirbelstürme, jedoch nicht überall gleich auffallend.
Allerdings betonen die Forscher, dass die statistische Unsicherheitsquote noch groß ist. Zudem seien andere Einflussfaktoren wie etwa die Entstehung und Dauer eines Sturms, die Nähe zum Festland und die Sonnenaktivität nicht berücksichtigt worden.
Ein Wirbelsturm entsteht, wenn die Luftmassen über einer erwärmten Stelle der Meeresoberfläche aufsteigen und durch den Unterdruck aus allen Himmelsrichtungen Luft angesaugt wird. Ein tropischer Wirbelsturm über dem westlichen Atlantik oder östlichen Pazifik, der mindestens 119 Stundenkilometer erreicht, wird als Hurrikan bezeichnet - so wie der Hurrikan "Gustav", der in den vergangenen Tagen erst über Haiti wütete und dann über die US-Golfstaaten zog.
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