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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

26. September 2012

Vampir-Tintenfische: Mit großen Augen auf Jagd nach Resten

Ein Vampir-Tintenfisch breitet seine Arme aus.  Foto: dapd

Vampir-Tintenfische sind gar nicht auf lebende Beute aus - Beobachtungen zeigten, dass sich die Tiefseebewohner von Aas und Resten ernähren.

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Der Vampir-Tintenfisch wird seinem furchteinflößenden Namen nicht gerecht: Anders als alle anderen Tintenfische jagt dieser achtarmige Tiefseebewohner keine lebende Beute. Stattdessen ist er ein Aas- und Restefresser. Das haben US-Forscher bei der Beobachtung dieser Tiere im Ozean und im Labor herausgefunden.

Demnach frisst dieser Tintenfisch die organischen Überreste kleiner Wassertiere und Algen, die langsam in die Tiefsee hinabsinken. Zwei lange, fadenförmige Anhänge helfen ihm dabei, die nahrhaften Klumpen aus dem Wasser zu fischen. Die Ernährung des Vampir-Tintenfisches sei damit einzigartig unter den Kopffüßern, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Proceedings B. Das Tier habe sich so an seinen Lebensraum, besonders sauerstoffarme und daher nur dünn besiedelte Regionen der Tiefsee, angepasst.

Die größten Augen

Die ungewöhnliche Ernährungsweise könnte auch erklären, warum der Vampir-Tintenfisch in Relation zu seinem Körper die größten Augen im Tierreich besitzt, schreiben Hendrik Hoving vom Monterey Bay Aquarium Research Institute in Moss Landing und seine Kollegen. Die Augen dieses Tieres machen mit rund zwei Zentimetern Durchmesser fast ein Sechstel seiner Körperlänge aus. Die in die dunkle Tiefsee herabsinkenden Klumpen organischer Überreste enthalten oft leuchtende Bakterien, wie die Wissenschaftler berichten. Mit seinen großen Augen könne der Vampir-Tintenfisch dieses schwache Leuchten vermutlich erkennen und so seine Nahrung besser orten.

Der in Wassertiefen von 600 bis 1 000 Meter vorkommende Tintenfisch erhielt seinen Namen, weil seine durch eine dünne Haut verbundenen Arme dem wehenden Umhang eines Vampirs ähneln. Zusätzlich zu seinen acht Gliedmaßen trägt er zwei fadenartige Anhänge. Über die Funktion dieser Filamente rätselten Forscher schon seit Jahren. Auch über die Ernährung des Tieres war wenig bekannt. Für ihre Studie hatten die Forscher 20 Jahre lang die scheuen Meerestiere in der Monterey Bay in Kalifornien mit Hilfe von ferngesteuerten Tauchrobotern beobachtet und gefilmt. (dapd)

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