Coca Cola als Verhütungsmittel das klingt wie ein schlechter Scherz. Doch bis in die 50er Jahre verwendeten Teenager den Softdrink nach dem Sex als Scheidenspülung, um die Spermien zu töten. Klebrig und unpraktisch war das.
Und noch dazu wirkungslos. Von diesen kuriosen Geschichten gibt es im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien einige.
Menschen haben schon immer versucht, den Zusammenhang von Sexualität und Fortpflanzung zu unterbrechen. Sie haben probiert, den Samen nach dem Akt herauszuschleudern und Kondome aus Schwimmblasen von Fischen oder Schafdarm gebastelt.
Dokumentiert ist das alles in vier Museumsräumen. Doch lächeln kann man längst nicht über alle Ausstellungsstücke. Viele zeigen, wie schrecklich Frauen unter ungewollten Schwangerschaften gelitten haben und heute noch leiden.
In einer Ecke ist eine einfache Küche aufgebaut, der Arbeitsbereich einer "Engelmacherin". So werden Menschen genannt, die illegal Abtreibungen machen und die ungeborenen Kinder dadurch "engeln". Fast in ganz Afrika führen Frauen den Eingriff unter Lebensgefahr heimlich durch. Sie stechen die Fruchtblase an, so dass das Fruchtwasser abfließt und einige Tage später der tote Embryo geboren wird. Im Museum sind Holzstäbchen ausgestellt, die der Gynäkologe Christian Fiala selbst aus der Gebärmutter von ugandischen Frauen entfernt hat.
Mithilfe einer Erbschaft hat er das Museum 2007 gegründet - gegen einigen Widerstand. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) sprach von einem "Tötungsmuseum", Kritiker warfen ihm vor, ein Abtreibungsfanatiker zu sein.
Fiala möchte aber vor allem, dass die Menschen wieder eine Vorstellung von ihrer Fruchtbarkeit bekommen. Ein Plan, der aufzugehen scheint: "Oft sind die Jugendlichen völlig erstaunt, dass sie genauso fruchtbar sind, wie ihre Vorfahren", berichtet Anna Pichler. Im Juni führte die Pädagogin mehr als 30 Klassen durchs Museum. Am meisten interessiert sind die Schüler an Verhütungsmöglichkeiten. "Sie hören gar nicht auf zu fragen, wenn die erste Aufregung überwunden ist", sagt Anna Pichler.
Meistens reiche es, anfangs etwas Überraschendes zu erzählen. Vom Froschtest zum Beispiel: In den 1940er Jahren wurden Krallenfrösche aus Südafrika nach Europa gebracht. Wollte eine Frau wissen, ob sie schwanger war, injizierte der Apotheker dem Frosch ihren Morgenurin. Die Schwangerschaft war nachgewiesen, wenn das Tier in den nächsten 18 Stunden laichte.
Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch finden Sie online unter www.verhuetungsmuseum.at.
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