Bei den Forellenbarschen (Micropterus salmoides) betreiben die Männchen die Brutpflege. Sie verteidigen das Laichnest gegen Feinde und befächeln mit ihren Brustflossen die Eier, um sie mit Sauerstoff zu versorgen. Je größer und aggressiver die Männchen sind, desto intensiver ist ihre Fürsorge und umso mehr Nachkommen überleben.
Das klingt, als hätte die Natur es gut eingerichtet. Sobald der Mensch ins Spiel kommt, hat die Sache aber einen Haken: Die fürsorglichen Männchen versuchen ihre Brut auch gegen Blinker zu verteidigen, die von Anglern durchs Wasser gezogen werden. Dadurch sind sie leicht zu fangen. Das berichten Forscher um David Sutter und Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin im Fachmagazin PNAS.
Schonzeiten für die Fischväter
Die Wissenschaftler fanden zugleich heraus, dass die leicht fangbaren Fische die mit dem größten Vermehrungspotenzial sind. Wenn sie bevorzugt gefangen werden, vermehrt sich die Art weniger gut. Die Befischung überleben dann nur die scheuen Vertreter, die weniger Nachwuchs produzieren. Ursprünglich kam der Forellenbarsch in Nordamerika vor, seit Ende der 1890er Jahre gibt es ihn auch in einigen europäischen Gewässern.
Um die bei Anglern beliebten Forellenbarsche besser zu schützen, schlagen die Forscher Schonzeiten und andere Schonmaßnahmen vor, damit die fürsorglichen Väter sich in Ruhe ihrem Nachwuchs widmen können. Sie zurückzusetzen, wenn sie versehentlich gefangen wurden, würde nach Ansicht der Experten nicht ausreichen. Denn auch wenn die Fischväter nur kurz ihr Nest verlassen, tauchen für gewöhnlich sofort gefräßige Nesträuber auf, in der Regel andere Fische, die sich die Fischeier einverleiben.
Fluoreszendierende Fische wurden 2010 erstmals in Taiwan gesichtet. Sie nutzen das Licht zur Verständigung.
Foto: imago stock&people
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