Aktuell: Terror | US-Wahl | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wissen
Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

17. Dezember 2012

Weltuntergang 2012: Himmelszeichen stehen auf Weltuntergang

Replik eines Monuments, das den 13. Bakun als Ende des Maya-Zyklus bezeichnet, im Maya-Museum in Cancun.  Foto: dapd

Verschwörungstheoretiker fürchten am 21.12.2012 die Apokalypse, weil dann ein Zyklus im Maya-Kalender endet. Auch eine besondere Konstellation der Planeten gilt Manchem als Beleg. Astronomen schütteln nur den Kopf.

Drucken per Mail
Heidelberg/Mannheim –  

In wenigen Tagen ist es soweit: Drei Tage vor Heiligabend wird die Welt untergehen - heißt es bei Propheten und Apokalyptikern. Sie stützen ihre Warnungen auf den alten Kalender der Maya, den sie falsch deuten. Manche wollen die Weltuntergangs-Theorie nun auch mit Astronomie belegen: am 21.12.2012 sollen alle Planeten unseres Sonnensystems in Konjunktion stehen, also aufgereiht wie Perlen an einer Schnur, meinen sie. Astronomen schütteln da nur den Kopf.

„Der Sternenhimmel sieht an diesem Tag völlig normal aus“, sagt Carolin Liefke vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg. „Es gibt keine besonderen Sternenkonstellationen. Auch in unserer Milchstraße bleibt alles wie immer“, sagt die Wissenschaftlerin. Für die Astronomen ist der 21. Dezember schlicht der Tag der Wintersonnenwende. „Das ist die längste Nacht des Jahres, danach werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger“, erläutert Liefke.

Ähnlich schätzt das der Physiker Florian Freistetter ein. „Wenn es tatsächlich an einem Tag eine derartige Planetenkonstellation geben würde, dann wüssten das die Wissenschaftler bereits seit Jahrhunderten im Voraus“, betont der Astronom und Autor. „Nehmen Sie den Venus-Transit im Juni, der war in allen Medien. Und da waren es lediglich drei Himmelskörper, die sich in eine Reihe bewegt haben.“ Selbst wenn der äußerst unwahrscheinliche Fall einer derartigen Konjunktion aller Planeten der Milchstraße eintreten würde, hätte dies auf der Erde keine Auswirkungen, sagt Freistetter.

Doch nicht nur vom Weltuntergang ist bei vielen Verschwörungstheoretikern die Rede, auch sollen in Südfrankreich angeblich Außerirdische landen und einige Menschen retten. Während sich ein kleines Dorf nahe den Pyrenäen bereits auf einen Menschenansturm vorbereitet, bekommt Werner Walter von der Ufo-Meldestelle in Mannheim vom 21.12.12 noch kaum etwas zu spüren. Der Hobby-Forscher geht Meldungen von rätselhaften Objekten nach. Die Nachfragen hielten sich in Grenzen, erzählt er. Auch für den 21. Dezember selbst befürchtet er keinen Ansturm von Meldungen über Außerirdische.

Maya und Weltuntergang

Am 21. Dezember 2012 endet im Maya-Kalender ein sogenannter Bak'tun-Zyklus. Ein „Bak'tun“ ist ein 144.000 Tage dauernder Zeitabschnitt, der 21. Dezember markiert den Übergang vom 13. auf den 14. „Bak'tun“. Hinweise auf das Datum finden sich auf einer mehr als 1300 Jahre alten Inschrift, die in der Maya-Ruinenstätte Tortuguero in Süd-Mexiko entdeckt wurde. In Guatemala hatten Archäologen kürzlich einen zweiten Maya-Text entdeckt, der auf den 21. Dezember verweist. Die Befürchtung, dass die Maya für diesen Tag den Weltuntergang prophezeit hätten, wurde allerdings von zahlreichen Wissenschaftlern zurückgewiesen. Vielmehr markiert dieses Datum den Experten zufolge den Wechsel von einer langen Zeitperiode zur nächsten, vergleichbar mit dem Übergang vom Jahr 1999 auf das Jahr 2000. Eine rund 800 Jahre alte Maya-Handschrift wird im Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden aufbewahrt. Der Dresdner Codex ist eine von drei noch existierenden Maya-Handschriften weltweit und wird als einzige der Handschriften öffentlich gezeigt. Der 21. Dezember wird in diesem Dokument nicht erwähnt.

Im vergangenen Jahr habe sein Telefon an Weihnachten nicht still gestanden, erinnert sich Walter. Anrufer hatten von einem Feuerball am Himmel berichtet. Ausgerechnet am 24. Dezember 2011 waren Abends gegen halb sechs Uhr die verglühenden Teile einer Rakete wie eine große Feuerkugel über den ganzen Himmel geschossen, erzählt er. (dpa)

[ Wie wollen wir wohnen? Die neue FR-Serie - jetzt digital oder gedruckt vier Wochen lang ab 19,50 Euro lesen. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung.

Gesundheitsgefahr

Pflanzengift in Kräutertee nachgewiesen

Als gesundheitlich bedenklich wurden bei einer Laboranalyse vier von sechs Pfefferminz- und Kräutertees eingestuft.

Bei einer Laboranalyse im Auftrag des NDR wurden in einer Stichprobe in vier von sechs Pfefferminz- und Kräutertees sogenannte Pyrrolizidinalkaloide entdeckt. Diese sollen krebserregend sein und auch Leberschäden verursachen.  Mehr...

Nordsee und Ostsee

Plastikmüll in Speisefischen

Auch der Kabeljau gehört zu den belasteten Arten.

Wissenschaftler finden in Speisefischen aus der Nord- und Ostsee Reste von Plastikmüll. Für Fischkonsumenten hat das nach Angaben des Studienleiters "wahrscheinlich keinerlei Auswirkungen". Mehr...

Videonachrichten Wissen
Schutz der Ozonschicht
Das Nasa-Satellitenfoto dokumentiert die Größe des Ozonlochs über der Arktis im Winter 1999/2000. Je dunkler das Blau, desto dünner die Ozonschicht.

Was ist Ozon? Wofür ist Ozon wichtig? Und wie groß ist derzeit das Ozonloch? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

Anzeige

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.