In wenigen Tagen ist es soweit: Drei Tage vor Heiligabend wird die Welt untergehen - heißt es bei Propheten und Apokalyptikern. Sie stützen ihre Warnungen auf den alten Kalender der Maya, den sie falsch deuten. Manche wollen die Weltuntergangs-Theorie nun auch mit Astronomie belegen: am 21.12.2012 sollen alle Planeten unseres Sonnensystems in Konjunktion stehen, also aufgereiht wie Perlen an einer Schnur, meinen sie. Astronomen schütteln da nur den Kopf.
„Der Sternenhimmel sieht an diesem Tag völlig normal aus“, sagt Carolin Liefke vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg. „Es gibt keine besonderen Sternenkonstellationen. Auch in unserer Milchstraße bleibt alles wie immer“, sagt die Wissenschaftlerin. Für die Astronomen ist der 21. Dezember schlicht der Tag der Wintersonnenwende. „Das ist die längste Nacht des Jahres, danach werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger“, erläutert Liefke.
Twitteruser Anna Mantis schreibt: "Das erste Mal dieses Jahr 'Last Christmas' hören während man eingepfercht im Bus steht. Wo ist der Weltuntergang wenn man ihn mal braucht?"
Ähnlich schätzt das der Physiker Florian Freistetter ein. „Wenn es tatsächlich an einem Tag eine derartige Planetenkonstellation geben würde, dann wüssten das die Wissenschaftler bereits seit Jahrhunderten im Voraus“, betont der Astronom und Autor. „Nehmen Sie den Venus-Transit im Juni, der war in allen Medien. Und da waren es lediglich drei Himmelskörper, die sich in eine Reihe bewegt haben.“ Selbst wenn der äußerst unwahrscheinliche Fall einer derartigen Konjunktion aller Planeten der Milchstraße eintreten würde, hätte dies auf der Erde keine Auswirkungen, sagt Freistetter.
Da kommt es her das scheinbare Wissen der Verschwörungstheoretiker über das Ende der Welt 2012: Seiten aus der Maya-Handschrift "Codex Dresdensis".
Foto: dapdDoch nicht nur vom Weltuntergang ist bei vielen Verschwörungstheoretikern die Rede, auch sollen in Südfrankreich angeblich Außerirdische landen und einige Menschen retten. Während sich ein kleines Dorf nahe den Pyrenäen bereits auf einen Menschenansturm vorbereitet, bekommt Werner Walter von der Ufo-Meldestelle in Mannheim vom 21.12.12 noch kaum etwas zu spüren. Der Hobby-Forscher geht Meldungen von rätselhaften Objekten nach. Die Nachfragen hielten sich in Grenzen, erzählt er. Auch für den 21. Dezember selbst befürchtet er keinen Ansturm von Meldungen über Außerirdische.
Am 21. Dezember 2012 endet im Maya-Kalender ein sogenannter Bak'tun-Zyklus. Ein „Bak'tun“ ist ein 144.000 Tage dauernder Zeitabschnitt, der 21. Dezember markiert den Übergang vom 13. auf den 14. „Bak'tun“. Hinweise auf das Datum finden sich auf einer mehr als 1300 Jahre alten Inschrift, die in der Maya-Ruinenstätte Tortuguero in Süd-Mexiko entdeckt wurde. In Guatemala hatten Archäologen kürzlich einen zweiten Maya-Text entdeckt, der auf den 21. Dezember verweist. Die Befürchtung, dass die Maya für diesen Tag den Weltuntergang prophezeit hätten, wurde allerdings von zahlreichen Wissenschaftlern zurückgewiesen. Vielmehr markiert dieses Datum den Experten zufolge den Wechsel von einer langen Zeitperiode zur nächsten, vergleichbar mit dem Übergang vom Jahr 1999 auf das Jahr 2000. Eine rund 800 Jahre alte Maya-Handschrift wird im Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden aufbewahrt. Der Dresdner Codex ist eine von drei noch existierenden Maya-Handschriften weltweit und wird als einzige der Handschriften öffentlich gezeigt. Der 21. Dezember wird in diesem Dokument nicht erwähnt.
Im vergangenen Jahr habe sein Telefon an Weihnachten nicht still gestanden, erinnert sich Walter. Anrufer hatten von einem Feuerball am Himmel berichtet. Ausgerechnet am 24. Dezember 2011 waren Abends gegen halb sechs Uhr die verglühenden Teile einer Rakete wie eine große Feuerkugel über den ganzen Himmel geschossen, erzählt er. (dpa)
Am 21. Dezember 2012 geht der Kalender der mittelamerikanischen Maya-Indianer zu Ende – und damit die ganze Welt, wie manch einer vermutet. Wer der Apokalypse mit Schrecken entgegen sieht, sollte sich rechtzeitig gut überlegen, wie er sie übersteht. Der Lonely-Planet-Reiseführer hat mit einem Augenzwinkern ein paar Orte zusammengestellt, die einen vor dem sicheren Tod bewahren sollen.
Foto: dpa
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