Am liebsten tauche ich. Ich habe schon in der Grundschule schwimmen gelernt und in der 6. Klasse das Bronze-Abzeichen gemacht, aber seit ich zwölf bin, geht das nicht mehr. Jetzt freue ich mich über den Kurs am Nachmittag und will noch mein Silberabzeichen machen, das sind 16 Bahnen Brust- und vier Bahnen Rückenschwimmen. Wenn meine Klasse schwimmen geht, muss ich in die Parallelklasse. Manchmal ist das anstrengend, weil ich dann Erdkunde und Mathe doppelt mache. Ich bin froh, wenn das aufhört. Meine Mitschüler haben mich aber verstanden. Es gibt viele Araber bei uns auf der Schule, für die ist das normal. Mein Lieblingsfach ist sowieso evangelische Religion. Es interessiert mich, wie andere Gott sehen. Bald werde ich ein Kopftuch auch im Sportunterricht tragen. Wenn ich keine Nadeln nehme, sondern ein Gummituch, ist das aber kein Problem.
Rima Nassri (14), Gymnasiastin
Ich habe im letzten Sommerurlaub in Ägypten gedacht: Wenn jetzt Deinen Kindern beim Schwimmen im Meer etwas zustößt, kannst du sie nicht retten. Ich bin alleinerziehend, meine kleine Tochter ist erst vier Jahre alt und kann sich auch nicht über Wasser halten. Dann habe ich in der Moschee von dem Kurs gehört und wollte unbedingt mitmachen. Nach fünf Monaten konnte ich schon Brustschwimmen, inzwischen kraule ich auch. Das ist so angenehm für den Rücken. Besonders abends bin ich danach ganz entspannt. Als ich klein war, konnte ich nicht zum Sportunterricht in der Schule. Meine Eltern wollten aus religiösen Gründen nicht, dass ich zusammen mit Jungs im Schwimmbad trainiere. Früher hat mir das nichts ausgemacht, meine Eltern haben mir alles erklärt und wir haben viele Familienausflüge gemacht. Da fehlte mir nichts.
Chaimaa Mousa (34), Erzieherin
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