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01. Juli 2014

Deutschland - Algerien Kommentar: Mit dem Schrecken davongekommen

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Phasenweise verzweifelte Bundestrainer Löw an der Darbietung seiner Mannschaft. Foto: dpa

Joachim Löw hat vor der Bibber-Begegnung gegen Algerien eine grotesk falsche Entscheidung getroffen, und es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre das ähnlich folgenreich geworden wie vor zwei Jahren gegen Italien. Skhodran Mustafi hätte niemals zur Startelf gehören dürfen.

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Ein Trainer wird auch immer daran gemessen, ob er zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Personalentscheidungen trifft. Joachim Löw hat vor der Bibber-Begegnung gegen Algerien eine grotesk falsche Entscheidung getroffen, und es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre das ähnlich folgenreich geworden wie vor zwei Jahren gegen Italien. Diesmal kam die deutsche Mannschaft mit dem Schrecken davon. Aber natürlich hätte Skhodran Mustafi niemals zur Startelf gehören dürfen. Der 22-Jährige ist ein guter Innenverteidiger, aber es war fahrlässig, den armen Kerl nach seiner völlig missglückten zweiten Halbzeit gegen Ghana  noch einmal aufzubieten. Mustafis Unsicherheit breitete sich im Nu auf die ganze deutsche Mannschaft aus, die praktisch nur noch mit zehn Mann auf dem Feld war. Man fragt sich, wie die keineswegs nachvollziehbare Entscheidungsfindung beim Bundestrainer  zustande kam.  

Aber dann hat Löw zweimal gut reagiert, was man vor dieser WM von ihm nicht unbedingt gewohnt war. Er hat zur Pause den schwachen Mario Götze durch André Schürrle ersetzt, der dem deutschen Spiel eine neue Tiefe gab und nach Miroslavs Kloses Ausgleich gegen Ghana das zweite wichtige deutsche Jokertor erzielte. Und er hat - durch Mustafis Muskelverletzung freilich dazu gezwungen – Sami Khedira gebracht und Philipp Lahm nach rechts versetzt. Das war für diese besondere Situation die richtige Wahl. Fortan spielten Bastian Schweinsteiger und Khedira gemeinsam im Mittelfeld, was so eigentlich niemals vorgesehen war. Aus gutem Grund, denn beide gemeinsam schienen nicht die für ein solch aufreibendes Turnier erforderliche Fitness zu haben, um in dieser laufintensiven Position über die gesamte Spielzeit Seite an Seite erfolgversprechend zu agieren.

Für das Viertelfinale gegen Frankreich muss Löw nun abwägen. Sollte Mats Hummels wieder fit werden,  gibt es keinen plausiblen Grund, Jerome Boateng nicht zurück nach rechts zu versetzen und entweder Schweinsteiger oder Khedira ins Mittelfeld zu Lahm und Toni Kroos zu gesellen. Sollte Hummels sich aber nicht rechtzeitig vom Krankenstand zurückmelden, bleiben zwei denkbare Alternativen:  Entweder, Löw zieht Lahm zurück nach rechts und wagt es, Schweinsteiger und Khedira gemeinsam beginnen zu lassen oder er stellt Kevin Großkreutz  als rechten Verteidiger auf.

Der Dortmunder mag sich zuletzt mehrfach daneben benommen haben, aber das tut nun nicht mehr zur Sache. Er kennt sich mit dieser Aufgabe auf höchstem Niveau aus -  ganz anders als Mustafi. Und außerdem es steht nirgendwo geschrieben, dass für Deutschland nur noch gelernte Innenverteidiger  als Außenverteidiger spielen dürfen. 

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