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Fußball-WM 2014
Deutschland, die DFB-Elf und die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

05. Juli 2014

DFB Nationalmannschaft: "The German Machine"

 Von 
Joachim Löw (r.) und Hans-Dieter Flick.  Foto: rtr

Die ganze Fußballwelt schaut mal wieder ebenso neid- wie respektvoll auf „The German Machine“. Das Filigrane ist der DFB-Auswahl dabei zwar ein wenig abhandengekommen, der Boden für den Titel ist aber bereitet. Auch dank der neuen Stärke bei Standards. Ein Kommentar.

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Es geht ja ganz schnell bei so einer Weltmeisterschaft. Der auch für den Bundestrainer nicht zur überhörende Grundnörgelton ist einer bundesweiten Jubelorgie gewichen. Das soll, zumal bei dem wunderbaren Sommerwetter an milden Juliabenden, auch niemandem missgönnt werden. Manche, die Joachim Löw noch bis Freitag nach Dienstschluss einen ahnungslosen Trainer auf Abruf  und einen unverbesserlichen Sturkopf schalten, nennen ihn nun einen genialen Taktik-Guru.

Indes darf auch erwähnt werden: Deutschland genügte gegen eine biedere französische Mannschaft eine solide, aber keineswegs überzeugende Vorstellung, ein diszipliniertes Defensivverhalten und ein wuchtiger Kopfball nach einem hoch in den Strafraum getretenen Freistoß, um zum vierten Mal in Folge über ein WM-Viertelfinale hinaus gekommen.

Der Boden für den Titel ist bereitet

Selbiges gelang noch nie irgendeiner anderen Nation  jemals zuvor und ist deshalb erwähnens- und anerkennenswert. Die ganze Fußballwelt schaut mal wieder ebenso neid- wie respektvoll auf „the German machine“.

Aber das sollte eigentlich nicht die Art und Weise sein, wie Löw mit seinen Männern den Weltfußball erobern wollte. Das Spiel gegen Frankreich sah eher aus wie weiland unter Teamchef Rudi Völler vor zwölf Jahren in Japan und Südkorea: Freistoß, Kopfball, Tor – danach routiniert verwalten, wenig zulassen und sich auf einen formidablen Torwart verlassen können – damals Oliver Kahn, jetzt Manuel Neuer. Dass Löw den Erfolg der Anmut opfert, kann ihm nun niemand mehr vorwerfen.

Das Filigrane, Überraschende, Aufregende ist dem DFB-Team vor allem aufgrund offenkundiger Fitnessprobleme der beiden zentralen Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira abhandengekommen. Aber es hat in der guten Tradition deutscher Nationalmannschaften sein Momentum genutzt und sollte es weiter nutzen: Spanien raus, Italien raus, Frankreich ohne Ribéry nicht mehr als ein Sparringspartner, das Brasilien nun gar ohne Neymar und Thiago Silva – der  Boden für mehr ist bereitet. Der Boden für den Titel ist bereitet.

Es war vor dem Spiel gegen die braven Franzosen hitzig über die Position von Philipp Lahm diskutiert worden. Die Debatte zeugte vor allem auch von zunehmenden Zweifeln an Löw, dem eine Niederlage gegen Frankreich vom Volk kaum verziehen worden wäre. Die sind nun erst einmal wieder verflogen, wiewohl die nun reichlich zu hymnisch gefeierten personellen Veränderungen und Verschiebungen nur marginalen Einfluss auf den Ausgang des Spiels gehabt haben dürften. 

Wie auch immer die Entscheidung zustande gekommen sein mag, den Kapitän zurück nach rechts zu verschieben und dafür Per Mertesacker zu opfern – Lahm machte auf seiner neuen Position nicht mehr richtig, als auch Jerome Boateng dort zuvor richtig gemacht hatte.

Im Mittelfeld arbeiteten Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira sicher solide, aber das hätte auch Lahm genauso tun können, zudem wäre ihm die Laufarbeit dort gewiss leichter gefallen als den beiden noch nicht in Gänze wiederhergestellten Recken.

Joachim Löw gibt Anweisungen.  Foto: AFP

Den Standards sei dank

Im Angriff blieb Miroslav Klose den Nachweis schuldig, dass er im Halbfinale unbedingt wieder zur Startelf gehören muss.

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Und schließlich: Kein einziger französischer Angriff wurde mit so viel Tempo auf die diesmal tiefer in der eigenen Hälfte agierende deutsche Abwehrzentrale gefahren, als dass Mertesacker seinen Job nicht auch hätte zuverlässig verrichten können.

Löw hat dennoch auf seine ganz persönliche Art Führungsstärke bewiesen: Er hat auf seinen Assistenten Hansi Flick gehört, der in der Vorbereitung vehement auf Standardtraining drängte. Und er hat auf seine Führungsspieler gehört, die ganz grundsätzlich mehr defensives Denken einforderten. So kann ein kleiner Selbstverrat Großes bewirken. 

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