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03. Juli 2014

Interview Thomas Müller: "Eine viel bessere Mannschaft"

Thomas Müller hat noch einige Freistoßtricks auf Lager.  Foto: AFP

Nationalmannschafts-Torjäger Thomas Müller sieht das DFB-Team vor dem Viertelfinale gegen Frankreich „auf einem guten Weg“ zum WM-Titel.

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Gemeinsam mit Torwart Manuel Neuer ist Stürmer Thomas Müller bislang der herausragende deutsche Spieler bei dieser WM. Eine Erkältung mit Halskratzen hat der 24-Jährige überwunden und gibt sich angriffslustig. Vor dem Viertelfinale am Freitag in Rio de Janeiro gegen Frankreich (18 Uhr MESZ) erklärt er sein Missfallen über das Medienecho nach dem Spiel gegen Algerien und erklärt die Entwicklung der Mannschaft seit der WM 2010 in Südafrika.

 

Herr Müller, man hört, Sie seien nicht besonders glücklich darüber, wie Sie und die Mannschaft nach dem Spiel in den Medien kritisiert wurden...

Thomas Müller: Mit Kritik, wenn sie inhaltlich ist, kann ich leben. Wenn ich selbst nicht gut gespielt habe, sitze ich auch nicht im Zimmer, schaue mich im Spiegel an und sage: Boah hast du heute wieder geil gespielt. Ich versuche auch, das Spiel zu reflektieren. Aber ich kann nicht haben, wie wir kritisiert werden.

Wie haben Sie es denn wahrgenommen?

Man hatte ja fast das Gefühl, dass wir uns für unser Weiterkommen ins Viertelfinale entschuldigen müssen. Irgendwo habe ich sogar das Wort „Schande“ gelesen. Also bitte. Sicher, es war in Anführungsstrichen nur Algerien, was im Weltfußball kein großer Name ist. Und nach so einem Spiel muss uns auch keiner mit Lob überschütten. Aber ich will nicht Weltmeister werden und anschließend sagen müssen: „Sorry, dass wir das Finale nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben.“

Was hätten Sie denn geschrieben?

Richtig ist, dass das Spiel ein Rückschritt war, wie wir es uns nicht hätten vorstellen können. Da hat nicht viel gepasst. Wir haben Fehlpässe gespielt und waren ein ums andere Mal auf einen guten Manuel Neuer angewiesen, was natürlich nicht unser Ziel ist.

So ähnlich stand das doch auch in den Zeitungen, Herr Müller.

Ich bin einer, der die Presse auch ein bisschen versteht – im Vergleich zu anderen Mitspielern. Aber trotzdem waren mir die Reaktionen viel zu negativ. Es hieß ja fast, gegen Frankreich hätten wir nun eh keine Chance. Wenn die Italiener so ein Spiel gemacht hätten wie wir gegen Algerien, dann hätte es geheißen: Oh, sind das clevere Hunde. Die haben die schön zappeln lassen und dann haben sie zugestochen.

Per Mertesacker hat nach dem Spiel ein bemerkenswertes TV-Interview gegeben. Fanden Sie das gut?

Das ist durchaus lustig anzuschauen, finde ich. Und Per hat es auf den Punkt gebracht: Wir haben uns den Arsch aufgerissen, haben das Spiel gewonnen und gut ist es. Wenn wir spielen wie die Ballerinas, dann heißt es doch, wir hätten keine Typen in der Mannschaft.

Es scheint also auch ein großes Thema im Team zu sein.

Sicherlich sprechen wir auch darüber. Aber es ist nicht so, dass uns das runterzieht oder anspornt. Wir spielen nicht für die Überschriften. Aber mir persönlich gefällt einfach nicht, wie wir dargestellt werden. Ich glaube auch nicht, dass es der Stimmung in Deutschland entspricht. Da ist bestimmt niemand nach dem Spiel aufgestanden und hat gesagt: Mit der Gurkentruppe holen wir nie was.

Mertesacker hat die Frage gestellt: Ob die Leute das schöne Spiel wollen und das Team wieder ausscheidet. Oder ob sie wollen, dass es weiterkommt. Ist das die eigentliche Weiterentwicklung? Aus dem Spektakelfußball von 2010 ist jetzt ein Ergebnisfußball geworden?

Wir sind heute eine viel bessere Mannschaft als vor vier Jahren. Wir hatten damals noch nicht die Qualität, ein Spiel von hinten aufzuziehen. Wir mussten hinten drinstehen und dann kontern wie gegen England und Argentinien. In der Vorrunde wären wir fast ausgeschieden und haben mit Ach und Krach 1:0 gegen Ghana gewonnen. Brillant war das nicht. Wir sind jetzt viel weiter. Die Spieler sind gereift und neue sind dazugekommen. Ich finde, wir spielen jetzt viel souveräner als in Südafrika.

Gilt das auch für Sie persönlich? 

Ich bin ein viel besserer Spieler geworden – von Fähigkeiten her, aber auch sonst. Das ist nicht nur an Toren messbar. Da geht es auch darum, wie viel Einfluss man auf das Gesamte  nehmen kann.

Gibt es genügend andere Spieler im deutschen Team, die über eine solche Mentalität wie Sie verfügen?

Ich gehe schwer davon aus. Deshalb haben wir gegen Algerien auch gewonnen: weil wir mehr geackert haben und die intensiveren Wege gegangen sind. Schauen Sie sich Bastian Schweinsteiger an. Der war kurz draußen zur Behandlung – und dann kommt er wieder zurück und führt an der Mittellinie einen Zweikampf mit viermal hinfallen und viermal aufstehen.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

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