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03. Juli 2014

Mario Götze: Brummkreisel ohne Drehmoment

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Gegen Algerien wurde Mario Götze zur Pause ausgewechselt und hatte keinen Grund, darüber Beschwerde zu führen.  Foto: AFP

Der Offensivspieler Mario Götze hat bei der Weltmeisterschaft in Brasilien die Erwartungen keineswegs erfüllt. Er umgibt sich dennoch mit einer Aura der Arroganz.

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Neulich ist Mario Götze am Swimmingpool entlang geschlurft, wo ein paar Reporter auf Holzliegen hockten und auf Interviewtermine mit einigen seiner Teamkollegen warteten. Götze schaute mit einem Blick hinüber zu den Liegen, der unschwer als optische Strafe zu interpretieren war. Dann sagte er: „Ah, meine Freunde, hallo, meine Freunde.“ Und dann schlurfte er weiter. Man benötigte keine sonderliche Phantasie, um Götzes Grußworte als puren Sarkasmus zu interpretieren. Da bewegte sich einer in seinem persönlichen Empfinden im Medienhotel durchs Feindesland. Niemand grüßte freudig zurück. Es gab nur ein Grummeln.

Pitana pfeift

Der argentinische Schiedsrichter Nestor Pitana (39) pfeift das brisante WM-Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft am Freitag (18.00 Uhr MESZ/ARD) in Rio de Janeiro gegen Frankreich. Das gab der Weltverband FIFA am Mittwoch bekannt. Für das Viertelfinale des WM-Gastgebers Brasilien gegen Kolumbien am Freitag (22.00 Uhr MESZ) in Fortaleza hat die FIFA den Spanier Carlos Velasco angesetzt. Bei der bisherigen Weltmeisterschaft hat Pitana bereits die Spiele zwischen Russland und Südkorea (1:1), der deutschen Gruppengegner Portugal und USA (2:2) sowie zwischen Honduras und der Schweiz (0:3) geleitet, alle unaufgeregt und ohne große Fehler.

Am Dienstag nach dem Einzug ins Viertelfinale ist Mario Götze als einer der ersten deutschen Spieler durch den kleinen Irrgarten in Porto Alegre getrottet, den die Fifa „Mixed Zone“ getauft hat, weil dort Spieler und Journalisten zusammenkommen sollen. Die Spieler sind verpflichtet, den Weg auf sich zu nehmen, es sei denn, sie müssen zur Dopingprobe oder sind verletzt. Aber es gibt keine Verpflichtung, dort auch zu sprechen.

Wer dazu partout keine Lust hat, greift in der Regel zu folgenden Maßnahmen: a) Er hält sein Handy ans Ohr und spricht irgendwelchen Unsinn hinein, obwohl am anderen Ende überhaupt niemand dran ist. b) Er läuft mit gesenktem Kopf durch den Bereich und tippt betont lustlos Kurznachrichten in sein Smartphone, ohne die verzweifelt um ein Statement bittende Meute hinter der Absperrung auch nur eines Blickes zu würdigen. c) Er saugt abwechselnd an einer Plastikflasche mit stillem Wasser und beißt in komische Kekse, die vermutlich mit Nahrungsergänzungsmitteln vollgestopft sind.

Mario Götze hat nur ein paar Kekse geknabbert, als er sich nach kurzem Techtelmechtel mit seiner Freundin Ann-Kathrin unmittelbar vor der Kabine trollte. Vielleicht wäre der 22-Jährige sogar stehen geblieben. Aber diesmal war es anders. Diesmal schauten die Medienmenschen auf ihre Handys oder in die Luft, weil sie wenig geneigt waren, mit dem zur Pause ausgewechselten Offensivspieler zu sprechen. Denn niemand erwartete, dass Götze sich ernsthaft die Mühe machen würde, seine dürftige Leistung kritisch zu hinterfragen. Das mag ein Vorurteil gewesen sein, aber sein Habitus hat zuletzt kaum jemanden dazu animiert, die Nähe zu ihm zu suchen. Seine Aura verbreitet Arroganz und Abweisung.

Götze hat herausragende Fähigkeiten - fast könnte man vor diesem Hintergrund seine Leistung im Achtelfinale als Lustlosigkeit interpretieren.  Foto: AFP

Es kann nur gemutmaßt werden, wie sich das innerhalb der Mannschaft verhält. Ein paar dezente Hinweise gab es vielleicht darauf, dass manchem Mitspieler Hingabe und Körpersprache des blendenden Technikers im Spiel gegen Algerien nicht gefiel. Götze hat so herausragende Fähigkeiten, dass man geneigt sein könnte, eine Leistung wie die im Achtelfinale als Lustlosigkeit zu interpretieren. Aber dafür gibt es bei einer Weltmeisterschaft – wo der Wert auf dem internationalen Fußballmarkt justiert wird, auch für jemanden, der pro Monat nahezu einen Millionenbetrag überwiesen bekommen dürfte – natürlich überhaupt keinen Grund.

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