Aktuell: Fußball-EM 2016 | Sport A-Z | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Blog-G
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Fußball-WM 2014
Deutschland, die DFB-Elf und die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

03. Juli 2014

WM - Belgien: Jetzt müssen die Belgier nur noch besser treffen

 Von Matti Lieske
Haderte mit der Chancenverwertung: Marc Wilmots.  Foto: dpa

Die Mannschaft von Marc Wilmots verschenkt gegen das US-Team zu viele Chancen, was sich bei einer Wiederholung gegen Argentinien rächen könnte.

Drucken per Mail

Es ist nicht immer leicht, belgischer Fußballer zu sein. Nehmen wir Romelu Lukaku. Der ist 21 Jahre alt, war vergangene Saison vom FC Chelsea an den FC Everton ausgeliehen und gilt seit Jahren als das größte Stürmertalent seines Landes. Und dann sitzt er im Achtelfinale der WM plötzlich draußen, weil ihm ein noch jüngerer Bursche den Rang abgelaufen hat.

Lukaku hatte in den Gruppenspielen der Belgier wenig zustande gebracht und schwerfällig gewirkt, während der 19-jährige Divock Origi nach seinen Einwechslungen sofort maßgeblich ins Spielgeschehen eingegriffen hatte und das Siegtor gegen Russland schoss. Das bescherte ihm einen Platz in der Startelf beim Match gegen die USA. Er rechtfertigte das Vertrauen und bekam am Ende hohes Lob vom Trainer Marc Wilmots, dem das Jonglieren mit seinen diversen Hochbegabungen im Angriff sichtliches Vergnügen bereitet.

Matchwinner Lukaku

Der gefeierte Mann am Ende der trotz totaler Dominanz nur mit 2:1 gewonnenen Partie war dann aber doch Romelu Lukaku. „Ich habe ihm gesagt, das Achtelfinale ist dein Tag“, behauptete Wilmots anschließend, was eine Menge prophetische Fähigkeiten voraussetzen würde, da er ihn erst zur Verlängerung einwechselte. Und nach einer Verlängerung hatte es angesichts des belgischen Dauerbeschusses lange Zeit überhaupt nicht ausgesehen.

Doch wohl dem, der nach 90 Minuten einen Lukaku ins Gefecht werfen kann. Dieser kam mit dem ganzen beim Bankdrücken und Warmlaufen angestauten Frust auf den Platz und brauchte keine drei Minuten, um die akute Torblockade seiner Mannschaft aufzubrechen. „Wir brauchten jemanden, der Tore schießt“, sagte Wilmots, „Origi hat gut gespielt, aber wenn ein Stürmer drei Chancen hat und nicht trifft, muss ich ihn auswechseln.“ Die Ansprüche sind hoch im belgischen Team, schaut so aus, als würde im Viertelfinale gegen Argentinien wieder Lukaku im Angriffszentrum stehen.

„Das war schlecht für mein Herz“, sagte Wilmots, „wenn du so viele Chancen nicht nutzen kannst, dann gehst du auf diesem Niveau normalerweise raus.“ Dann gab es vom 45-Jährigen den üblichen Seitenhieb für die heimischen Medien. „Viele haben gesagt, wir würden keinen Fußball spielen, heute hat man eine Menge Fußball von uns gesehen.“

Vor allem hat man, auch wenn man den offenen Spielstil und die Abwehrdefizite der USA berücksichtigt, gesehen, dass die Belgier eine Defensive so blitzartig aushebeln können, dass diese erst merkt, was ihr geschieht, wenn es längst zu spät ist. Die Pässe von De Bruyne, Axel Witsel, Jan Vertonghen oder Vincent Kompany kommen präzise, und sie finden vorne jede Menge dankbare Abnehmer.

Mehr dazu

Trotzdem muss sich bei den Belgiern einiges verbessern, wenn sie gegen Argentinien bestehen wollen. Dann kommen nicht Julian Green und Alejandro Bedoya auf das Tor von Thibaut Courtois zu, sondern Lionel Messi und Ángel di Maria. Die Abwehrspieler werden weniger Gelegenheit haben, sich in den Angriff einzuschalten, und vorne werden die Räume enger sein. Vor allem Eden Hazard, dem gegen die USA sehr wenig gelang, wird sich auf seiner linken Seite erheblich steigern und vor allem auch mehr nach hinten arbeiten müssen.

Das andere Problem ist der Torabschluss. Ein Grund für die überragende Leistung des US-Keepers war auch, dass ihm die Belgier stets eine Chance ließen, an den Ball zu kommen. Schon in den Spielen zuvor hatte die Präzision beim Torschuss oder beim letzten Pass häufig gefehlt.

Vier Tage seien sehr knapp, um sich auf Argentinien vorzubereiten, sagte Wilmots, aber er ist zuversichtlich, dass sein Team der Aufgabe am Samstag in Brasilia gewachsen ist.

[ Wie wollen wir wohnen? Die neue FR-Serie - jetzt digital oder gedruckt vier Wochen lang ab 19,50 Euro lesen. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Dossier

Deutschland, die DFB-Elf und die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

Sport

Fußball-WM - Livecenter

Fußball-WM

Spielticker | Spielplan | Teams | Statistik | Stadien

Alle aktuellen Informationen zur WM - jederzeit in unserem Livecenter: Sämtliche Spiele im Ticker - mit Aufstellung, Statistik zu Ballbesitz, Torschüssen, Zweikämpfen, Ecken und Fouls. Alle Hintergründe in unserem Dossier.

Weblog
Die FR auf Ihrem Smartphone

Unterwegs top informiert - holen Sie sich FR-Online.de aufs Handy. Neben News bekommen Sie Sport-Liveticker, die Verkehrslage, das Kinoprogramm samt Trailer, TV-Tipps und das lokale Wetter. Ganz ohne App: mobil.fr-online.de.

Twitter
Videonachrichten Fußball-WM