Wohnen

11. September 2012

Dekoration: Außerhalb des Rahmens

 Von Jan Roloff
Alleinstellungsmerkmal: Makroaufnahmen von Blumen machen auch lässig an die Wand gelehnt eine gute Figur. Foto: Virtua73/Fotolia

Wie man Fotos und Gemälde so im Raum positioniert, dass sie besser zur Geltung kommen.

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Schlecht gehängte Bilder sind ein Ärgernis, das im schlimmsten Fall das gesamte Einrichtungskonzept zerstören kann – wenn auch nicht immer in so wörtlichem Sinne wie in Loriots Sketch-Klassiker „Das Bild hängt schief“. Doch auch wenn keine umgekippten Regale und zerdepperten Vasen zu befürchten sind, lohnt es sich, über den Rahmen hinaus zu denken, damit Fotos und Malereien voll zur Geltung kommen. Das fängt bereits bei deren Positionierung an: „Die Hängung sollte sich immer an der Augenhöhe und nicht an der Raumhöhe orientieren“, sagt Inga Ganzer, Innenarchitektin und Mitinhaberin des Berliner Gestaltungsbüros Raumdeuter.

Variationen

Petersburger Hängung
Die chaotische Anordnung
gleichformatiger Rahmen mit
Passepartout bietet sich für
Motive an, die in der Kombination
mit Ähnlichem –
Schnappschüsse, Zeitungsausschnitte
oder Postkarten – ihre
Wirkung entfalten.


Reihen- oder Rasterhängung
Bilder, die waagerecht und
senkrecht auf einer Linie liegen
oder einem anderen, streng
geometrischen Schema folgen,
sind beliebt für die Präsentation
von Fotos sowie kleinformatigen
Stichen und Aquarellen.


Bilder hinstellen
Ob auf der Staffelei oder auf
dem Boden: Hier eignen sich
Motive, die überraschen – wie
Makroaufnahmen von Insekten
und Blumen, Pop-Gemälde
oder bunte Siebdrucke.


Triptychon
Hier stand Andy Warhol Pate:
Ein einziges Motiv kann auch
auf mehreren nebeneinander
gehängten Bildern überzeugen.


Rahmenlos
Der passende Rahmen ist oft
schwer zu finden. Neben
rahmenlosen Bildhaltern mit
Passepartout sind Digitaldrucke
von Fotos auf Aluminium-
Verbundplatte (Dibond) oder
Acrylglas im Kommen.

Die Bildmitte sollte etwa ein Drittel oberhalb der Augenhöhe hängen, sodass zwei Drittel darunter liegen. Bilder, die man zumeist im Sitzen betrachtet, dürfen ruhig noch ein wenig tiefer hängen. Besonders gut zur Geltung kommen ausdrucksstarke, künstlerische Motive, wenn sie eine ganze Wand für sich allein haben. Eher dekorative sowie grafische Arbeiten eignen sich dagegen auch, um die Wände in Wimmelbilder zu verwandeln: „Dann sollte die Hängung jedoch möglichst einen gemeinsamen gestalterischen Nenner haben“, sagt Steffen Kaluza, Eventdesigner und Geschäftsführer des Berliner Designbüros Kaluza & Schmid. Das können zum Beispiel Rahmen aus dem gleichen Material oder gleichfarbige Rahmen unterschiedlicher Stile sein. Bei der sogenannten „Petersburger Hängung“ bedecken etwa viele dicht platzierte Bilder eine Wand ohne erkennbares Muster – alle Rahmen haben jedoch das gleiche Format und Passepartout. Harmonischer wirkt ein geometrischer Bezug durch gedachte Rasterlinien, die Kantenhängung: „Bei einer Bilderreihe mit unterschiedlich großen Rahmen liegen dann beispielsweise alle oberen Rahmenkanten auf gleicher Höhe“, sagt Inga Ganzer. Bei zwei Reihen könnten die zueinander gewandten Kanten parallel verlaufen. Bei der Anordnung vieler Bilder könnten sich auch die Außenkanten aller Bilder zu einem Quadrat oder Rechteck fügen. „Solche inneren Ordnungen führen dazu, dass die Bilderwand insgesamt harmonisch wirkt.“

Hauchdünne Nylonfäden

Das Prinzip „wilde Mischung“ komme hingegen erst bei einer großen Anzahl von Bildern zur Geltung. Dann jedoch umso besser. „Der Trend“, so die Innenarchitektin, „bewegt sich derzeit ohnehin weg von puristischen, einheitlichen Interieurs hin zur Vielfalt und zum Stilmix.“ Vor dem Befestigen des Bilderensembles empfiehlt Inga Ganzer, die Anordnung auf dem Fußboden Probe zu legen. Bei der exakten Hängung helfen dann Wasserwaage und Malerkrepp oder gespannte Schnüre. Statt der bei häufigen Bilderwechseln praktischen, jedoch teuren Galerieschienen kann man auch eine einfache Holzleiste unterhalb der Decke anbringen, von der reißfeste Nylonschnüre herabhängen. Diese lassen sich dann ganz einfach an auf der Rückseite des Rahmens angebrachten Ösen befestigen. Diese Lösung ist besonders in Altbauten sinnvoll, in denen man häufig mit porösen Wänden zu tun hat. Für einzelne Bilder, die langfristig hängen bleiben sollen, lohnt sich dieser Aufwand jedoch kaum: „Hier bieten sich Stahlstifte an, weil diese besonders stark sind und auch große Leinwände auf Keilrahmen problemlos halten können“, sagt Inga Ganzer. Dafür benötigt der Rahmen lediglich eine Schrägleiste oder einen Draht auf der Rückseite, an denen man das Bild aufhängt.

Beim Rahmen nicht sparen

Für den Rahmen selbst gilt: Der Trend geht zur schlichten, schmalen, aber hochwertigen Ausführung. „Der Rahmen ist nur Beiwerk, das Bild soll wirken“, sagt der Rahmenbauer Norbert Katzemich. Ein einfacher Kastenrahmen ohne Schnörkel etwa passt besonders gut zu moderner Kunst. Je filigraner das Bild, desto filigraner darf auch der Rahmen sein. „Bei den Materialien sind Naturhölzer wie das sehr harte Tropenholz Ramin, Amerikanische Walnuss oder Kanadischer Ahorn sehr gefragt.“ Beliebt seien zudem roh wirkende, ungebeizte Holzrahmen. Speziell angefertigte Exemplare kosten jedoch ab 100 Euro aufwärts. Sparen kann man hingegen beim Licht. Denn günstige Stromschienen mit einzelnen Spots oder Leuchten mit mehreren Strahlern setzen die Bilder im häuslichen Umfeld stimmungsvoller in Szene als spezielle Bilderleuchten – deren intensiver Spot würde zu einer zu starken Gliederung des Raums führen, die das Einrichtungskonzept ebenfalls zerstören kann. Für die perfekte Hängung gilt also: Man muss auch über den Rahmen hinaus denken!

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