Wohnen

21. August 2012

Energie sparen: Luxusgut Energie

 Von Bernd Lothringe
Moderne Maschinen helfen sparen. Foto: picture-alliance / Sander

Angesichts steigender Energiepreise stellt sich die Frage, wie Verbraucher Kosten senken können. Hier einige nützliche Tipps.

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Ein Ende der Preisschraube ist nicht in Sicht: Seit dem Jahr 2000 sind die Stromkosten für einen Dreipersonenhaushalt von durchschnittlich 13,94 Cent pro Kilowattstunde auf 25,74 Cent gestiegen. So steht es in einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Damit muss der Musterhaushalt am Ende dieses Jahres mit einer Stromrechnung von rund 900 Euro rechnen – im Jahr 2000 zahlte er für die gleiche Leistung nur 487,90 Euro, also fast die Hälfte weniger.

Auch bei Heizung, Gas und Wasser schießen die Preise weiter in die Höhe, der Liter Heizöl kostet aktuell etwas weniger als einen Euro. In einkommensschwachen Haushalten wächst die Angst, die Forderungen der Energielieferanten bald nicht mehr begleichen zu können. Das Schlagwort der „Energiearmut“ macht die Runde. Doch es gibt Möglichkeiten, die Kosten zu senken. „Beim Heizen zum Beispiel drückt jeder Grad Celsius die Kosten um rund sechs Prozent. Wer seine Raumtemperatur von vierundzwanzig Grad Celsius auf zwanzig Grad reduziert, spart bereits zwanzig Prozent der Heizkosten“, sagt Energieberater Erhard Bülow von der Berliner Verbraucherzentrale. Es gebe eine ganze Reihe solch einfacher Tricks: „Rolllädenkästen mit Folien dämmen, Dämmtapeten hinter Heizkörpern aufkleben, Heizkörper nicht abdecken, Türen und Fenster geschlossen halten – vieles lässt sich schnell und ohne große Kosten umsetzen.“

Selbst zugezogene Vorhänge brächten einen spürbaren Effekt: „In Zahlen: 55 Cent Heizkostenersparnis pro Quadratmeter Fensterfläche.“ Mit dem Einbau von automatischen Thermostatventilen lasse sich der Heizverbrauch sogar präzise an den individuellen Tagesablauf anpassen. „Wer sorgfältig alle Hinweise befolgt, kann pro Heizperiode rund zweihundert Euro sparen.“

Standby-Funktion nutzen

Auch beim Stromverbrauch lässt sich nach Ansicht der Verbraucherzentrale sparen. Dies gelte insbesondere für Geräte mit Standby-Funktion, wie sie bei PCs, Fernsehgeräten, DVDRekordern oder Kaffeeautomaten üblich ist. „Der permanente Verbrauch eines einzigen Watts verursacht pro Jahr bereits zwei Euro Kosten“, erklärt Energieberater Bülow. In einem technisch gut ausgestatteten Haushalt ließen sich durch konsequentes Abschalten der Standby- Funktionen fast siebzig Euro jährlich einsparen. „Eine Mehrfachsteckdose mit Kippschalter löst das Problem für nur wenige Euro.“

Mit Messgeräten kann man verborgenen Stromfressern schnell auf die Schliche kommen. Zudem ist beim Kauf von elektrischen Geräten auf die Energieeffizienzklasse zu achten. „Ein A-Triple-Plus-Gerät spielt den teureren Einkaufspreis über die Lebensdauer um ein Vielfaches wieder ein“, erklärt der Energieberater. Dies gelte im Besonderen für Kühlschränke, die 15 Prozent der Stromkosten im Haushalt verursachten. Die Geräte sollten mit einer Handbreit Abstand zur Wand aufgestellt und regelmäßig abgetaut werden. Eine Temperatur von sieben Grad ist optimal, jeder weitere Kältegrad erhöht den Verbrauch um ein Prozent. Auch Energiesparlampen tragen zur Kostenminimierung bei – achtzig Prozent Strom ließen sich hier gegenüber der guten, alten Glühbirne einsparen, so Bülow. Ebenso lohne es sich, im Bad zu sparen. „Ein Vollbad verschlingt dreimal so viel Wasser und Energie wie eine ausgiebige Dusche“, sagt Erhard Bülow. Auch könne der Austausch des alten Duschkopfs gegen eine Sparbrause den Verbrauch um die Hälfte reduzieren. „Sechs Liter pro Minute kosten eben weniger als zwölf, das ist eine ganz einfache Rechnung.“

Gespräche mit Energieberatern

Wo es an Eigeninitiative, Geld und Know-how mangelt, bieten immer mehr staatlich geförderte und gemeinnützige Vereine Gespräche mit Energieberatern an. „Ein Basischeck bei der Verbraucherzentrale kostet zehn Euro, ein Hausbesuch liegt bei 45 Euro“, sagt Erhard Bülow. Die Caritas bietet sogar kostenlose Stromspar- Checks für einkommensschwache Haushalte an und hilft mit Stromspar- Technik, zumeist Energiesparlampen oder Steckerleisten, im Wert von bis zu siebzig Euro aus. „Solche Angebote werden erstaunlich wenig genutzt, oft aus falscher Scham, obwohl eine Verschwiegenheitsklausel ausdrücklich garantiert wird“, bedauert der Energieberater. Interessenvertreter wie Norbert Eisenschmid vom Berliner Mieterverein haben ihrerseits Zweifel an der Sparstrategie. „Wo die steigenden Energiekosten die Existenz bedrohen, helfen auch die einfallsreichsten Sparkonzepte nichts.“ Nach Angaben des Mieterbundes sind derzeit deutschlandweit geschätzte 700.000 Haushalte zeitweise ohne Strom, weil der Versorger aufgrund ausbleibender Zahlungen die Lieferung eingestellt hat. Andere schalteten ihre Heizung gleich ganz ab und froren lieber, als in die Schuldenfalle zu tappen.

Dass unlängst der Energiezuschuss zum Wohngeld gestrichen wurde, weckt zusätzlichen Unmut der Mieterschützer: „Die Situation ist katastrophal. Fachleute sprechen bereits von einer ‚Energiearmut‘. Hier muss der Gesetzgeber ran und umgehend Maßnahmen ergreifen“, fordert Eisenschmid. Der Mieterbund plädiert für ein Konzept, das allen Bürgern eine energetische Grundversorgung garantiert, wie es beispielsweise bei der staatlichen Gesundheitsversorgung der Fall ist.

„Funktionieren könnte dies über eine Tarifregelung, die den Anbietern vorschreibt, jedem Bürger bis zu einer Mindestgrenze Energie zu vernünftigen Preisen zur Verfügung zu stellen“, sagt Eisenschmid. Wer darüber hinaus Energie verbrauche oder gar verschwende, solle dann in eine höhere Preisklasse fallen. „Auf diese Weise wird die Grundversorgung gewährleistet und zugleich werden die Bürger zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen erzogen.“

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