Wohnen

18. August 2012

Selber bauen: Drang zur eigenen Wohnung

Bauboom in Deutschland. Niedrige Zinsen und die Angst vor Inflation fördern die Bauwirtschaft. Foto: dapd

Bauboom dauert an: Niedrige Kreditzinsen und die Angst vor Inflation befeuern die Bauwirtschaft in Deutschland. Anfang des Jahres wurden so viele Baugenehmigungen erteilt wie seit sechs Jahren nicht mehr.

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Der Bauboom in Deutschland dauert an. Im ersten Halbjahr wurden so viele Genehmigungen für den Wohnungsbau erteilt wie seit sechs Jahren nicht mehr. Allerdings verlangsamt sich das Wachstum. In einigen Bundesländern wird sogar weniger gebaut.

Die Behörden erteilten von Januar bis Juni 114.000 Genehmigungen für den Bau von Wohnungen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Mehr Zusagen gab es zuletzt in der ersten Jahreshälfte 2006. Das entspricht einem Plus von 5.400 Genehmigungen oder 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Die positive Entwicklung bei den Genehmigungen im Wohnungsbau blieb damit erhalten, schwächte sich aber gegenüber dem Vorjahr ab“, erklärte die Statistikbehörde. 2011 lag das Plus von Januar bis Juni noch bei 27,9 Prozent. Grund für den Boom ist billiges Baugeld. Auch die Angst vor Inflation und den Folgen der Euro-Krise treibt viele Deutsche dazu, ihr Geld in „Betongold“ zu investieren. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) rechnet deshalb mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. „Die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte ZDB-Chefvolkswirt Andreas Geyer. „Nach einer langen Durststrecke wird der Wohnungsbau weiter wachsen, aber nicht mehr so stark wie 2011.“

Knappheit in Großstädten

In einigen Bundesländern – darunter Bayern und die neuen Bundesländer mit Ausnahme von Berlin – sei die Zahl der Genehmigungen zurückgegangen. Dagegen gebe es in Ballungsräumen und Großstädten Wohnungsknappheit, besonders preisgünstiger Wohnraum fehle dort.

Auch Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) sagte, der Aufwärtstremd beim Neubau sei „dringend notwendig, um den bereits bestehenden Wohnraummangel in wachsenden Großstadtregionen in Deutschland nicht weiter zu verschärfen“.

Zu einem ähnlichen Fazit kommen die Immobilienforscher von Bulwien-Gesa, auf deren Daten sich auch die Bundesbank stützt. „Besonders die Großstädte brauchen mit ihrem starken Bevölkerungs- und Beschäftigtenzuwachs ganz dringend neue Wohnungen“, sagte Andreas Schulten von Bulwien-Gesa. Rund 40 Prozent der genehmigten Wohnungen lägen in den zehn größten Städten. Die gestiegenen Mieten und Preise für Eigentum machten es für Bauträger wieder attraktiv zu investieren.

Es gebe aber auch Risiken. „Was passiert, wenn einerseits ein Überangebot entsteht und andererseits eine schwächelnde Konjunktur die Nachfrage dämpft“, sagte Schulten. „Dann werden möglicherweise nicht alle jetzt geplanten Wohnungen verkauft oder vermietet.“ Darunter würden vor allem die vielen teuren Projekte und die schlechteren Standorten leiden.

Bundesweit stiegen die Preise für Eigentumswohnungen zwischen den Jahren 2003 und 2011 einer Studie des arbeitgebernahen IW-Instituts zufolge um rund 10,5 Prozent. Eine Überhitzung gebe es aber nicht. Die höheren Kosten seien vielmehr Ausdruck großer Nachfrage und ein Zeichen für die Attraktivität von Ballungsgebieten. „Bedenken, es könnte sich wie in den USA, Irland oder Spanien eine Preisblase bilden, sind unberechtigt“. (Reuters)

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