Aktuell: Schicksal von Tuğçe A. | Burger King | Polizeigewalt in Ferguson | Eintracht Frankfurt | Fußball-News

Wohnen

26. Oktober 2012

Solarenergie: Sonnenenergie zu Hause nutzen

 Von Lars Klaassen
Selbstgemachten Strom selbst zu nutzen wird attraktiver. Bislang speisen die meisten Besitzer von Photovoltaikanlagen ihren Strom komplett ins öffentliche Netz ein. Foto: dpa

Den Strom der eigenen Solaranlage selbst zu nutzen, wird attraktiver. Doch die nötigen Investitionen lohnen sich nur, wenn man klug vorgeht.

Drucken per Mail

Bislang speisen die meisten Besitzer von Photovoltaikanlagen ihren Strom komplett ins öffentliche Netz ein. „Doch es kann sich lohnen, den Solarstrom selber zu verbrauchen“, sagt Ralf Haselhuhn, Vorsitzender des Fachausschusses Photovoltaik der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS).

Neben steigenden Strompreisen sorgen die sinkenden Einspeisevergütungen für ein Umdenken. Das in diesem Sommer novellierte Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass die Vergütungen künftig jährlich reduziert werden. „Wer Solarstrom einspeist, kann unter Umständen dafür weniger Geld pro Kilowattstunde bekommen, als der Strom für Endverbraucher kostet“, so Haselhuhn. In solchen Fällen lohnt sich Eigenverbrauch. „Schon ohne Speicher können in einem Einfamilienhaus 30 bis 50 Prozent des benötigten Stroms direkt vom eigenen Dach bezogen werden.“ Der Anteil schwankt jedoch extrem zwischen Sommer und Winter.

Das Sparpotenzial steigt jährlich

Ein Vier-Personen-Haushalt, der einen Teil des Solarstroms direkt verbraucht, kann im Vergleich zur Einspeisung einen finanziellen Vorteil von jährlich etwa 30 Euro erzielen. Dies ergab eine Studie des Ingenieurbüros für neue Energien (IfnE), die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) im Mai vorgestellt hat. Bis 2020 werde dieses Sparpotenzial voraussichtlich auf bis zu 150 Euro pro Jahr steigen, pro gnostiziert die Studie. Hinzu kämen die Einnahmen durch die Einspeisevergütung. Wer mit einer Solarthermieanlage auch Wärme selbst erzeuge, so das IfnE, könne finanziell noch deutlich mehr herausholen: bei Altbauten Einsparungen in Höhe von bis zu 270 Euro im Jahr (2020: bis 490 Euro) und bei Neubauten bis 190 Euro (2020: bis 840 Euro). Wichtig dafür ist die Expertise vorab: „Solarinstallateure können den optimalen Eigenverbrauch simulieren und in die jeweilige Wirtschaftlichkeitsberechnung einbeziehen“, sagt David Wedepohl vom BSW. Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser unterscheiden sich erheblich: „In Mehrfamilienhäusern ist die Fläche für die Solarstromanlage im Verhältnis zur Wohnfläche geringer, dadurch ergibt sich automatisch ein höherer prozentualer Eigenverbrauchsanteil.“

Auch ohne große Investitionen lässt sich die Eigenverbrauchsquote steigern: etwa mit einer Zeitschaltuhr, die die Waschmaschine in der Mittagszeit anwirft oder mit einer App, die per Fernsteuerung das Lastmanagement regelt. So wird der Verbrauch im Idealfall dann erhöht, wenn gerade die Sonne scheint. „Kleinere Stromspeicher können den Eigenverbrauch um weitere 25 Prozent erhöhen“, so Wedepohl. Am wirtschaftlichsten sei dies, wenn das Verhältnis von Speicherkapazität zur Anlagenleistung in etwa gleich sei.

„Um Solarstrom optimal zu nutzen, sind Speicher ein wichtiges Puzzle stück“, sagt Arno Pöhlmann von den Lechwerken (LEW). Der Energieversorger hat im schwäbischen Krumbach ein Einfamilienhaus mit einem Lithium-Ionen- Akku ausgestattet. „Der Speicher hat eine Kapazität von 20,5 Kilowattstunden (kWh) und die Photovoltaikanlage ist großzügig ausgelegt, weil daran auch noch eine elektrische Wärmepumpe angeschlossen ist“, so Pöhlmann. „Der Batteriestrom liefert neben dem Haushaltsverbrauch auch Strom für Raumwärme und Warmwasser. Demnächst soll zudem ein Elektroauto gespeist werden.“

Die Kosten sind noch hoch

Erste Ergebnisse des Pilotprojekts stimmen die Betreiber optimistisch. „Trotzdem dürfte es noch etwas dauern, bis diese Batteriespeicher in größeren Stückzahlen abgesetzt werden“, räumt Pöhlmann ein. Die Kosten seien noch etwas zu hoch. Eine Kombination aus einer Batterie mit fünf kWh Speicherkapazität und einer Solaranlage mit fünf kW Leistung soll künftig für etwa 15 000 Euro zu haben sein. Das seien dann nur etwa 3 000 Euro mehr als ohne Batteriespeicher.

„Selbst mit leistungsfähigen Akkus bleibt das Ziel, ein Einfamilienhaus zu 100 Prozent mit selbst erzeugtem Strom zu versorgen, anspruchsvoll“, sagt Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale. „Und die Kosten entsprechend hoch.“ Erst mit sinkenden Batterie- und weiterhin steigenden Strompreisen werde solch eine Investition interessant: „In fünf bis sieben Jahren könnte sie sich vielleicht für Eigenheimbesitzer lohnen“, so Blenkers. Bis dahin aber kommt es weiter auf den richtigen Mix an.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
Vorsorge-Ranking
Themenseiten
Gesundheit von A-Z

Quelle: Onmeda

Selbsttest
BMI-Rechner

Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!

Ihr Gewicht (in kg)
Ihre Körpergröße (in cm)
Alter (in Jahren)