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Wohnen

03. September 2012

Teppich: Woher kommt der Schatten auf dem Teppichboden

 Von ud
Das sogenannte Schreiben ist bei Teppichen ein gewünschter Effekt – verleiht es dem Bodenbelag doch eine edle Anmutung.  Foto: nkje, Photocase.com

Shading: Warum sich in Teppichen manchmal seltsame Farbverläufe oder Schattierungen bilden, ist noch immer unbekannt.

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Velours-Teppiche und -Teppichböden entwickeln manchmal schon kurz nach dem Verlegen seltsame Schatten. Der Effekt nennt sich "Shading", bei dem die Polfäden des Teppichs ihre Strichrichtung verändern und die Oberfläche so in einzelnen Bereichen einen unregelmäßigen Helligkeitsverlauf erhält. Hier hilft kein Bürsten oder Reinigen, sondern nur der komplette Tausch des Teppichs gegen Schlingenware. Seit vielen Jahren fahnden Teppichhersteller nach den Ursachen des Phänomens – ohne Erfolg. 

Das sogenannte Schreiben ist bei vielen Velours-Teppichen ein durchaus gewolltes Erscheinungsbild: Streicht man über das Material, so beginnen sich die Fäden auf die Seite zu legen. Einfallendes Licht fällt nun in anderem Winkel auf die Fäden, wodurch sich der Farbton des Teppichs verändert: Schaut man gegen den Strich, wirkt der Teppich dunkler, mit dem Strich wirkt er heller. Insgesamt bewirkt dieses Verhalten ein hochwertig und edel anmutendes Schillern. Das Schreiben ist jedoch umkehrbar: Eine kleine Bewegung mit der Hand oder mit der Bürste eines Staubsaugers reicht aus, und schon stellt sich der Flor wieder in die Strichrichtung, die durch die Produktion des Veloursteppichbodens vorgegeben ist.

Shading – wie hier auf dem Teppich in einem Kreuzfahrtschiff – ist nicht auf mangelhafte Qualität der Ware zurückzuführen.
Shading – wie hier auf dem Teppich in einem Kreuzfahrtschiff – ist nicht auf mangelhafte Qualität der Ware zurückzuführen.
Foto: Brillux

Anders sieht es bei Shading aus: Hier nehmen die einzelnen Fäden, die im Verband die Teppichoberfläche bilden, in einzelnen Bereichen einen anderen Neigungswinkel an. Auch wenn der Teppich gebürstet oder gereinigt wird, bleibt dieser veränderte Winkel erhalten – und damit auch die Schattierungen.

Das Phänomen wäre kaum der Rede wert, würde es sich um die Folge eines Produktionsfehlers oder um das Ergebnis einer übermäßigen Belastung des Teppichs handeln. Aber weder die Qualität des Teppichbodens hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entstehung noch die Beanspruchung: Shading kann auch bei Teppichen höchster Qualität auftreten, die beispielsweise unter einem Bett verlegt wurden – einem Ort also, wohin nie ein Mensch einen Fuß setzt. Betroffen sind dabei sowohl Teppiche aus Naturfasern wie Wolle oder Seide als auch aus synthetischem Material. Auch die Art der Verlegung scheint keine Rolle zu spielen.

Und damit nicht genug an Rätselhaftigkeit

Häufige Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass die Schattierungen an bestimmte Gebäudeteile gebunden sind. Wird ein von Shading betroffener Boden ausgetauscht und durch ein anderes Veloursmaterial ersetzt, so bildet sich später häufig an genau derselben Stelle das identische Schattenmuster. Auch können sich die Muster des auch Florscheitelung genannten Effekts über verschiedene, nebeneinander verlegte Materialien hinweg erstrecken und dabei sogar Trennschienen überspringen. Das Phänomen scheint dabei nicht nachvollziehbaren Regeln zu folgen: Beobachtet wurde beispielsweise, dass einzelne Stockwerke von Gebäuden von Shading betroffen sind, darüber- oder darunterliegende Etagen mit ähnlichem Grundriss jedoch nicht.

Obwohl der Effekt bereits seit den 1970er-Jahren bekannt ist, sind bisher alle Versuche gescheitert, seinen Ursachen auf die Spur zu kommen. Als möglicher Faktor sind elektromagnetische Phänomene im Gebäude im Gespräch, doch ein schlüssiges Erklärungsmodell gibt es bisher nicht. Gelungen ist es der Teppichbodenindustrie lediglich, die Anfälligkeit ihrer Waren für Shadingeffekte drastisch zu senken. Das Auftreten der Schattierungen ist heute daher die absolute Ausnahme – ausgeschlossen werden kann es jedoch noch immer nicht.

Verkäufer von Teppichen, Teppichböden und Handwerker sind daher bemüht, ihre Kunden schon vorab darüber aufzuklären, dass Shadingphänomene auftreten können. Sollte dies tatsächlich einmal der Fall sein, wird der Bodenbelag schon aus ästhetischen Gründen meist komplett ausgetauscht – obwohl Untersuchungen gezeigt haben, dass die Gebrauchsfähigkeit betroffener Teppiche in der Regel nicht darunter leidet. Ersetzt wird er meist durch sogenannte Schlingenware, die keine einzelnen Polfäden hat und daher nicht der Gefahr der seltsamen Schattierungen ausgesetzt ist.

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