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Wohnen

11. August 2012

Wohnen in Frankfurt: Bei Passivhäusern ist die Stadt Vorreiter

 Von Jöran Harders
Die energetisch sanierten Wohnhäuser in der Tevesstraße sind nach der Modernisierung viel sparsamer.  Foto: Energiereferat der Stadt Frankfurt

Frankfurt will die CO2-Emissionen senken und setzt dabei auf energieeffiziente Gebäude. Das Hauptaugenmerk liegt bei Bestandsimmobilien, da Neubauten nur einen geringen Anteil am Gesamtbestand ausmachen. Projekte sind derzeit in Planung oder Bau.

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Der Titel des Leitfadens klingt auf den ersten Blick unspektakulär. „Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen“ − so heißt das 40-seitige Dokument, in dem die Stadt Frankfurt die Anforderungen aufgelistet hat, die bei der Planung von neuen Gebäuden und bei der Renovierung von Altbauten in städtischem Besitz erfüllt werden müssen. Wer sich diese Anforderungen genauer ansieht, stellt jedoch schnell fest, dass es der Stadt nicht nur darum geht, bei Neubau- und Sanierungsprojekten unnötige Kosten zu vermeiden. Die städtischen Immobilien sollen vielmehr in Sachen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit vorbildlich sein.

Passivhaus-Standart

Neubauten müssen in Frankfurt spätestens seit September 2007 den Passivhausstandard erfüllen. Und auch bei notwendigen Sanierungen städtischer Gebäude soll zum Beispiel durch eine gute Fassadendämmung oder den Einbau von dreifach verglasten Fenstern eine Energieeffizienz erreicht werden, die dem Passivhausstandard zumindest nahekommt. „Wir wollen Vorreiter sein, wenn es um umweltfreundliches und kostengünstiges Bauen geht“, sagt der Leiter des Frankfurter Energiereferats, Werner Neumann.

Weil mehr als 70 Prozent der Energie in Städten verbraucht werde, komme den Kommunen auch eine besondere Rolle zu, wenn es um das Energiesparen gehe. „Passivhäuser gehören zu den sparsamsten und komfortabelsten Gebäuden überhaupt“, begründet Neumann, warum alle neuen Schulen, Kindertagesstätten, Turnhallen und anderen öffentlichen Gebäude seit fünf Jahren konsequent als Passivhäuser errichtet werden.

Passivhaus-Schulen

Der erste Schulneubau, bei dem die Stadt Frankfurt auf die damals noch nicht allzu verbreitete Passivhaus-Technik setzte, war die Riedberg-Schule, die im Herbst 2004 eingeweiht wurde. Damit war die Mainmetropole eine der ersten Städte in Europa, in der es eine Passivhaus-Schule gab. Die Mehrkosten für die im Vergleich zur konventionellen Bauweise aufwendigere Dämmung haben sich schon amortisiert. Auf nur 4000 Euro belaufen sich die jährlichen Heizkosten für den Gebäudekomplex, zu dem neben der Schule noch eine Kindertagesstätte für über 525 Kinder sowie eine Zweifelder-Turnhalle gehören. Bei einem vergleichbaren Bau nach gültiger Energieeinsparverordnung würden Heizkosten von über 50000 Euro pro Jahr anfallen.

Passivhaus-Sanierungen

Mittlerweile sind nicht nur drei weitere neue Passivhaus-Schulen entstanden. Rund ein Dutzend Schulen wurden seitdem nach den strengen Passivhaus-Richtlinien saniert oder erweitert. Dazu kommen acht Turnhallen, acht Kindertagesstätten, vier Jugendhäuser und zwei Feuerwachen. 65 Passivhaus-Projekte seien derzeit in Planung oder in Bau, erklärt Neumann.

„Das größte Potenzial zum Energiesparen liegt in Frankfurt, wie in anderen Städten auch, bei den Gebäuden“, so Neumann. Und weil Neubauten nur einen geringen Anteil am Gesamtbestand ausmachen, müsse das Hauptaugenmerk auf die energetische Sanierung der Bestandsimmobilien gelegt werden. Was hier möglich ist, zeigen Beispiele wie die Sanierung von zwei Wohnblöcken aus den 1960er Jahren, die sich im Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG befinden. Die Nachkriegsbauten mit insgesamt 60 Wohnungen wurden durch eine erheblich verbesserte Wärmedämmung, sehr gute Fenster, eine Verbesserung der Luftdichtheit und die Verringerung von Wärmebrücken sowie eine Lüftung mit effizienter Wärmerückgewinnung energetisch auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Durch die anspruchsvolle Modernisierung konnte der Jahresheizenergie-Bedarf um über 90 Prozent gegenüber dem Ausgangswert gesenkt werden, was eine CO2-Reduzierung um 167 Tonnen pro Jahr bedeutet.

Bereits 2008 hat die Stadt Frankfurt ein Klimaschutzkonzept erarbeiten lassen, das sicherstellen soll, dass die selbst auferlegten Klimaschutzziele erreicht werden. Alle fünf Jahre sollen die Emissionen im Stadtgebiet um zehn Prozent verringert werden. Dabei helfen soll ein „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“, in dem die Stadt das Energie- und Klimaschutzkonzept bis zum Jahr 2050 fortschreiben will. Dabei geht es laut Werner Neumann „nicht mehr um die Frage, ob Frankfurt komplett mit regenerativen Energien versorgt werden kann, sondern nur noch um das Wie“. Im Gegensatz zu anderen Kommunen plane Frankfurt eine Energiewende vor Ort und setze dabei unter anderem auf Fernwärme und Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Diese Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung sollen das schwankende Angebot an Wind- und Solarstrom ausgleichen.

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