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Kommentar zu Wulffs Rücktritt: Angela Merkels dritter Präsident

Der letzte Akt im Drama Wulff: Rücktritt.
Der letzte Akt im Drama Wulff: Rücktritt.
Foto: dpa

Christian Wulff war der Bundespräsident der Kanzlerin - doch er war der falsche Mann für dieses Amt. Nicht sein Versagen ist ihr Problem, sondern die Tatsache, dass Merkel nun bereits den dritten Präsidenten ihrer Amtszeit aufzubieten hat.

Ein anerkannter, allseits respektierter Bundespräsident ist Christian Wulff nie gewesen – dafür war seine Amtszeit zu kurz, seine Amtsführung zu wenig profiliert und sein Ende im Amt zu schmählich. Wulff war nicht wirklich der Präsident des deutschen Volkes, aber unbestreitbar und von Anfang der Präsident von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hat dem niedersächsischen Ministerpräsidenten zum Sprung ins Schloss Bellevue verholfen, nachdem ihr Horst Köhler unerwartet abhanden gekommen war. Sie hat sich damals weniger für Wulf als Nachfolger entschieden als vielmehr gegen ihren guten Bekannten, den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, den Kandidaten von SPD und Grünen, der etliche Vorzüge in sich vereinte, aber einen entscheidenden Nachteil hatte – der Kandidat von SPD und Grünen zu sein. Merkel hat Wulff als Bundespräsident nicht nur durchgesetzt, sondern in der Bundesversammlung 2010 in drei Wahlgängen mit den Stimmen der Union und der FDP nachgerade durchgeboxt. Christian Wulff war und blieb der Bundespräsident Angela Merkels.

Er war der falsche Mann für dieses Amt. Dass ihm die charakterlichen Voraussetzungen für die Präsidentschaft fehlten, wusste Merkel nicht und konnte es nicht wissen. Das dürfte der Grund sein, warum sein Niedergang ihrem Ansehen in der Bevölkerung bis heute nicht geschadet hat.

Bundespräsident Christian Wulff: Eine Amtszeit in Zitaten
Drei Tage vor dem Rücktritt: Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina am 14. Februar 2012  auf dem Flughafen von Rom.
Foto: dpa

„Aus Niederlagen habe ich immer mehr gelernt als aus Siegen.“
(Der neu gewählte Bundespräsident Christian Wulff am 30. Juni 2010 in seiner ersten Rede als Staatsoberhaupt zum Ende der 14. Bundesversammlung, in der er drei Wahlgänge brauchte)

Unsere Präsidenten - warum sie gingen

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Nicht das Versagen Christian Wulffs als Präsident ist das Problem Angela Merkels, sondern die Tatsache, in ihrer Kanzlerschaft nun schon den dritten Bundespräsidenten aufbieten zu müssen, nachdem zwei sich den Anforderungen des Amtes aus unterschiedlichen Gründen nicht gewachsen zeigten. Diesmal wird sie – anders als vor zwei Jahren – ihren Kandidaten nicht gegen, sondern nur mit den Oppositionsparteien durchsetzen können, denn die schwarz-gelbe Mehrheit ist in der Bundesversammlung auf wenige Stimmen zusammengeschmolzen. Ihre Ansprechpartner sind Sozialdemokraten und Grüne, ihr Koalitionspartner FDP hingegen kaum mehr der Rede wert. Der nächste Bundespräsident wird nicht mehr der Präsident Angela Merkels und der Koalitionsparteien sein, sondern der im Bundestag repräsentierten Mehrheit des deutschen Volkes. Das lässt hoffen.

Reaktionen auf den Wulff-Rücktritt
Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt Wulff, er habe in seiner Amtszeit bezüglich der Integration wichtige Impulse gesetzt. Tatsächlich ist es eine Stärke unseres Rechtsstaates, dass er alle gleichstellt.
Foto: dapd
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

"Ich habe den Rücktritt des Bundespräsidenten mit großem Respekt und persönlichem Bedauern zur Kenntnis genommen". Wulff habe in seiner Amtszeit bezüglich der Integration wichtige Impulse gesetzt. "Tatsächlich ist es eine Stärke unseres Rechtsstaates, dass er alle gleichstellt". Wulff stelle seine Überzeugung, dass er juristisch korrekt gehandelt hat, hinter das Amt zurück, so Merkel.

Datum:  17 | 2 | 2012
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Kleine Anfrage und Antworten von Stefan Schostok (SPD)

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