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Wulff-Rücktritt: Erklärung im Wortlaut: „Ich war immer aufrichtig“

Fühlt sich verletzt: Christian Wulff bei seiner Rücktrittserklärung.
Fühlt sich verletzt: Christian Wulff bei seiner Rücktrittserklärung.
Foto: dapd

Bundespräsident Christian Wulff hat am Freitag seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Wir dokumentieren die gut dreieinhalbminütige Rede im Wortlaut. Mit Video

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger,

gerne habe ich die Wahl zum Bundespräsidenten angenommen und mich mit ganzer Kraft dem Amt gewidmet. Es war mir ein Herzensanliegen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken. Alle sollen sich zugehörig fühlen, die hier bei uns in Deutschland leben, eine Ausbildung machen, studieren und arbeiten, ganz gleich, welche Wurzeln sie haben. Wir gestalten unsere Zukunft gemeinsam.

Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft am besten entfalten und einen guten Beitrag zur europäischen Einigung leisten kann, wenn die Integration auch nach innen gelingt.
Unser Land, die Bundesrepublik Deutschland, braucht einen Präsidenten, der sich uneingeschränkt diesen und anderen nationalen, sowie den gewaltigen internationalen Herausforderungen widmen kann.
Einen Präsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird.

Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen, und damit meine Wirkungsmöglichkeiten, nachhaltig beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist. Ich trete deshalb heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge freizumachen.

Wulff - der Rücktritt in Bildern

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Bundesratspräsident Horst Seehofer wird die Vertretung übernehmen, Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auf der so wichtigen Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt am Donnerstag der kommenden Woche sprechen.
Was die anstehende rechtliche Klärung angeht, bin ich davon überzeugt, dass sie zu einer vollständigen Entlastung führen wird. Ich habe in meinen Ämtern stets rechtlich korrekt mich verhalten. Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig.

Berichte "haben meine Frau und mich verletzt"

Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt.

Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für unser Land engagieren, ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bundespräsidialamt und allen anderen Behörden, die ich als exzellente Teams erlebt habe.
Ich danke meiner Familie, vor allem danke ich meiner Frau, die ich als eine überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und eines modernen Deutschland wahrgenommen habe. Sie hat mir immer, gerade auch in den vergangenen Monaten, und auch den Kindern, starken Rückhalt gegeben.

Unsere Präsidenten - warum sie gingen

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Ich wünsche unserem Land von ganzem Herzen eine politische Kultur, in der die Menschen die Demokratie als unendlich wertvoll erkennen und sich vor allem, das ist mir das Wichtigste, gerne für die Demokratie engagiert einsetzen.
Und ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern, den ich mich vor allem verantwortlich fühle, eine gute Zukunft und schließe Sie alle dabei ausdrücklich mit ein.

Vielen Dank.“

Wulffs mögliche Nachfolger

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Bundespräsident Christian Wulff: Eine Amtszeit in Zitaten
Drei Tage vor dem Rücktritt: Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina am 14. Februar 2012  auf dem Flughafen von Rom.
Foto: dpa

„Aus Niederlagen habe ich immer mehr gelernt als aus Siegen.“
(Der neu gewählte Bundespräsident Christian Wulff am 30. Juni 2010 in seiner ersten Rede als Staatsoberhaupt zum Ende der 14. Bundesversammlung, in der er drei Wahlgänge brauchte)

Datum:  17 | 2 | 2012
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Alles rund um den Amtssitz des Bundespräsidenten in einer interaktiven Grafik.

Reden der der Bundespräsidenten

Von Wulff bis Weizsäcker, was Gaucks Vorgänger in ihren Antrittsreden sagten, lesen Sie hier.

Spezial: Gauck folgt Wulff
Noch nicht unter die Blogger gegangen: Bundespräsident Joachim Gauck.
Bundespräsident im Internet 
Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Rede zum Befreiungstag in Breda.
Befreiungstag in den Niederlanden 
        

Gauck freut sich über die Dankesrede eines Ausgezeichneten.
Bundespräsident Gauck 
Politik-Spezial

Nach dem Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident ist Joachim Gauck der Konsenskandidat von CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne. Das Spezial.


Soll das Volk den Bundespräsidenten wählen?

Die Debatte ist so alt wie das Amt:  Bisher wählt die Bundesversammlung den Bundespräsidenten.  Das soll u.a. verhindern, dass ein Populist das bedeutendste Amt im Staat übernimmt.  Sollte nach den jüngsten Erfahrungen nicht doch lieber das Volk den Bundespräsidenten wählen?

Interaktive Grafik

Eine interaktive Zeittafel der Affäre um Bundespräsident Christan Wulff - beginnend mit der umstrittenen Finanzierung seines Einfamilienhauses.

Fakten

Privatkredit von einem Unternehmer, überraschend günstige Konditionen bei der BW-Bank, Gratis-Urlaub bei Unternehmern, Drohungen auf der Mailbox von Bild-Chef Diekmann - die Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff im Einzelnen.

Politiker reagieren verhalten. Manche fordern ein Ende der Debatte, weil sie das Amt beschädige. Sie meinen tatsächlich die Debatte, nicht das Verhalten von Wulff. Die Reaktionen - das sagen Politiker.

Fragen von Journalisten, die Antworten von Wulff - Dokumentation im durchsuchbaren pdf-Format.

In den Kommentarspalten gärt es dagegen gewaltig. Unsere Presseschau.

Dokumente

In Niedersachen beginnt die politische Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Bundespräsident und Ex-Ministerpräsident Wulff:

Kleine Anfrage und Antworten von Stefan Schostok (SPD)

Kleine Anfrage und Antworten von Stefan Wenzel (Grüne)