Der Spott über den Bundespräsidenten im Internet reißt nicht ab - und an der Spitze der Wulff-Satiriker: Oliver Kalkofe. Der Komiker hat bereits vor Wochen mit seiner eigenen Version von Wulffs Rechtfertigungsrede die Herzen der Internetgemeinde erobert. Eine halbe Million Menschen sahen sich den Clip auf Youtube an.
Nun folgt Kalkofes zweiter Streich: Der Komiker hat seine eigene Version des umstrittenen Fernsehinterviews mit Wulff in ARD und ZDF gedreht. In dem 17-minütigen Film gibt Kalkofe nicht nur den Wulff, er übernimmt auch die Rollen der Journalisten Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf. Der erste der vier Teile ist seit Dienstag online, der letzte soll am Freitag veröffentlicht werden.
Die Fragen sind harmlos, die Antworten haben es in sich. Ob er denn schon mal an Rücktritt gedacht habe, will Kalkofe-Schausten wissen. "Nein, das hätte meine Frau mir auch gar nicht erlaubt", antwortet der Kalkofe-Wulff. "Wir sind ja auch gerade erst in Bellewulff eingezogen." Er habe sich vorgenommen, "die fünf Jahre bis zum Ende abzureißen".
Sollte es nicht so gut laufen, entschuldige er sich gerne im Nachhinein, "wie ich das immer tue".
Im Gegenteil, der Kalkofe-Wulff spricht sogar über eine mögliche zweite Amtszeit. "Man hat mich schon früher nicht gewollt, man will mich immer weniger und schauen Sie mal, wer trotzdem hier sitzt - meine Chancen sind also nicht schlechter."
Damit die Parodie ebenso einschlägt wie Kalkofes erstes Machwerk, hat sich der Comedian mit den den Online-Ablegern von Bild-Zeitung, Sat.1 und ProSieben zusammengetan. Dort wird der Film prominent platziert.
Ob er ähnlich gut läuft wie die erste Parodie muss sich erst zeigen. Schließlich findet sich inzwischen eine Fülle von Parodien und Satire-Schnipseln zur Wulff-Affäre im Netz, von nachgestellten Telefongesprächen über abgewandelte Loriot-Sketche bis zu umgetexteten Film- und Werbeplakaten. Zudem liegt das Fernsehinterview schon Wochen zurück - und wurde längst von täglich neuen Nachrichten zur Causa Wulff überholt.
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