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1968: Das Plakat der Bewegung

Mao-Kopf mit Sprechblase

Trotz des bedeutenden SDS-Plakats war und ist der gebürtige Tübinger kein Propagandist, sondern ein politischer Mensch, der malt, fotografiert, arrangiert oder collagiert. Die 68er hätten sich geirrt. Kunst habe nie einen rein propagandistischen Zweck gehabt. "Völliger Quatsch", sei das. Revolte à la Bernhardt ging so: 1968 pinselte er einen Mao-Kopf mit der Sprechblase "enteignet Springer" auf eine Leinwand und stellte sie auf den Stuttgarter Schlossplatz. Dafür flog er aus der Portrait-Klasse des ehrwürdigen Professors, der keine "Propaganda" duldete - aber die Leute auf der Straße drehten sich nach dem Plakat um. Der Stuttgarter aber steht zu den "freien Protestformen", blieb in seinen Objekten, Fotografien und Installationen dem kritischen Blick auf die Welt treu. Genossenschaften, die sich in Solidarität abkoppeln, Bürgervereine, die aufbegehren. Dafür begeistert er sich. Und hat dennoch keine Berührungsängste mit dem Staat. Gerade arbeitet Ulrich Bernhardt in einem Pariser Atelier-Haus der baden-württembergischen Oettinger-Regierung als Stipendiat an einem Seine-Projekt. Auch das geht. Bernhardt hat sich arrangiert, ohne sich zu verbiegen.

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Autor:  GABRIELE RENZ
Datum:  14 | 5 | 2008
Seiten:  1 2
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