Seit 20 Jahren sind die zwei Deutschlands dabei, wieder eins zu werden. Nach so langer Zeit sollte es eigentlich keine Rolle spielen, dass jeder fünfte Bundesbürger im Osten lebt. Denkste.
Was vom Osten übrig blieb
Was vom Osten übrig blieb
Auch nach der Wende wünschte Pittiplatsch Kindern zur Sandmännchen-Zeit eine Gute Nacht. Heinz Schröder, der dem schwarzen Kobold seine Stimme lieh, starb im Frühjahr 2009.
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Staunen, Schmunzeln, Aha-Effekte: Das Stöbern in einem der zahlreichen Läden für Ostprodukte weckt bei vielen Ostdeutschen Erinnerungen an vergangene Zeiten ...
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... wo "Komet"-Puddingpulver oder das klassische Dederon-Einkaufsnetz zu jedem Haushalt gehörten. Mit der "Ostpro" in Berlin und dem "Festival des Ostens" in Schwerin gibt es sogar spezielle Messen für Ostprodukte.
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Als "Nutella des Ostens" konnte sich die Nussnougat-Creme "Nudossi" aus Sachsen einen Platz bei den Leckermäulern in Ost und West gleichermaßen erobern. 2005 musste die Spezialitäten Hartmann GbR aus Radebeul Insolvenz anmelden. Seit 2008 wird das Unternehmen unter dem Namen Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG weitergeführt.
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Die Kult-Cola aus dem Osten - hier die Wiederauflage einer Werbung aus der Anfangszeit 1957 - ist im Retro-Look auch heute noch zu haben. 1994 übernahm der Brau und Brunnen-Konzern die Marke, seit 2005 wird Vita-Cola von der hessischen Hassia Mineralquellen vertrieben.
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Der Sektkellerei Rotkäppchen gelang es, sich unabhängig vom Ostbonus als Marke zu etablieren. Die einstige DDR-Sektmarke mit Sitz im sachsen-anhaltischen Freyburg hat mittlerweile auch die (West-)Marken Chantré, MM, Geldermann und Eckes Edelkirsch geschluckt.
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Viele Unternehmen verpassten ihren Produkten eine neue Verpackung, um auf dem Markt zu bestehen. Die Röstfein Kaffee GmbH in Magdeburg vertreibt die ostdeutschen Traditionsmarken Rondo, Mona und Moccafix.
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Ostdeutsche Süßmäuler griffen gerne zu Schokolade aus der Halloren Schokoladenfabrik in Halle/Saale.
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Mit den "Preußenkugeln" versuchte Halloren nach der Wende, die Erfolgsgeschichte der Firma aus Sachsen-Anhalt fortzusetzen und neue Marktanteile zu erobern.
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Spreewald-Gurken oder Spee-Waschmittel haben auch in westdeutschen Supermarktregalen Einzug gehalten und verkaufen sich so gut wie früher im Konsum-Laden.
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Den Ostalgie-Faktor bedienen neben spezialisierten Läden auch zahlreiche Versandhandel, die Kunden in ganz Deutschland mit DDR-Erinnerungsstücken und ostdeutschen Spezialitäten beliefern.
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Das Stöbern in einem der zahlreichen Läden - wie hier in in Leipzig - weckt bei vielen Ostdeutschen Erinnerungen an vergangene Zeiten.
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Nach Meinung von Experten ist Ostalgie aber keineswegs mit einer Sehnsucht nach dem alten DDR-System gleichzusetzen. Vielmehr hat dies mit der eigenen Identität zu tun - und die kann nicht abgewählt werden wie ein Staatssystem.
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"Jedes Ostprodukt spiegelt einen Tag oder Erlebnisse in der eigenen Lebensgeschichte", sagt der Soziologe Frithjof Hager von der Freien Universität Berlin.
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Würden einem Menschen alle Dinge genommen, die ihm im Leben wichtig waren oder die eine bestimmte Zeit geprägt haben und deren Erinnerung er mit anderen teilen kann, so würde ein Stück seines Lebens wegbrechen, so der Experte. Musik, soviel steht fest, gehört untrennbar zu den eigenen Erinnerungen.
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DDR-Musik-Klassiker von City oder den Puhdys sind weiterhin
angesagt. Das frühere DDR-Plattenlabel Amiga, das heute zum BMG Musikverlag gehört, brachte sogar eine Sammlerausgabe "Die größten DDR-Hits" auf den Markt.
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Ost-West-Konkurrenz - auch bei der Einschlafhilfe: Als die DDR-Fernsehmacher vom West-Sandmännchen hörten, schufen sie flugs ein ostdeutsches Pendant. Nach der Wende wurde es in Rente geschickt, doch nach Protesten von Eltern und Kindern holte man das Ex-DDR-Sandmännchen aus dem Ruhestand zurück.
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2.499.616 Frauen und Männer haben zwischen 1991, dem Jahr der Wiedervereinigung, und 2007 aus Ost- nach Westdeutschland "rübergemacht". Weil umgekehrt 1.448.784 Menschen im gleichen Zeitraum "nach drüben", also vom Westen in den Osten, gingen, steht unterm Strich ein Verlust auf der Ostseite des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil davon allerdings ist unter 25 Jahre alt und weiblich - bei den über 65-jährigen Männern hat der Osten sogar 3000 Köpfe zugelegt.
olk / Quelle: Statistisches Bundesamt
Ein Drittel aller Wessis waren noch nie (!) in Ostdeutschland, zehn Prozent der Ossis haben sich noch nicht im Westen der Republik umgetan.
sgey / Quelle: Institut für Konflikt- und Gewaltforschung